Ozzano Monferrato: Burgen, Kirchen und Industriegeschichte
Unterkünfte in Ozzano Monferrato
Burgen, Kirchen und Ortsbild
Ozzano Monferrato verbindet eine lange Baugeschichte mit dem industriellen Erbe der Kalk- und Zementherstellung. Die Ursprünge des Castello di Ozzano Monferrato stehen wahrscheinlich mit der Phase des Burgenbaus um das Jahr 1000 in Verbindung. Der älteste sichtbare Teil stammt aus dem 15. Jahrhundert: eine Ziegelmauer mit drei gespaltenen Zinnen an der Spitze. An der Ostseite des Castello befinden sich hängende Gärten aus dem 19. Jahrhundert. Der etwa 20 Meter hohe Glockenturm ist ein freistehender Ziegelbau mit quadratischem Grundriss und lehnt an eine Tuffsteinwand an.
File:Abside della parrocchiale di San Salvatore, Ozzano Monferrato, Piemonte.jpg
Foto: Monzeglioa via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Kunst in den Kirchen
Die heutige Bausubstanz der Kirche Santa Maria Assunta stammt aus dem 18. Jahrhundert. In ihrem Inneren befinden sich überwiegend Altarbilder aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Pfarrkirche San Salvatore bewahrt Fragmente von Fresken aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die teilweise der Werkstatt von Spanzotti zugeschrieben werden. Außerdem wurde San Salvatore von der zuständigen Denkmalbehörde als bedeutendes Kunstwerk anerkannt.
Kalk, Zement und Industriearchäologie
Im Valle del Rio Fontanola konzentrieren sich architektonische und technische Zeugnisse der Kalk- und Zementindustrie von Ozzano Monferrato, die dort zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert entstand. Dazu gehört der ehemalige Betrieb Milanese e Azzi, der 1894 errichtet wurde und sechs gemauerte Vertikalöfen aufweist. Die Öfen sind in eine Gruppe von vier und eine Gruppe von zwei Anlagen gegliedert. Einen weiteren Zugang zu diesem Thema bietet MiCeM, ein Museum mit einer Ausstellungsfläche von etwa 250 Quadratmetern, das die geologischen und industriellen Ursprünge der Herstellung von Kalk und Zement im Monferrato Casalese vermittelt.
Handwerk und besondere Gebäude
Zum lokalen kulturellen Charakter gehört auch das Chiacchierino, auf Italienisch Frivolité. Es handelt sich um eine alte, mit dem Schiffchen gefertigte Klöppel- beziehungsweise Spitzenkunst mit einer gefestigten Tradition in Ozzano Monferrato. Casa Bonaria-Simonetti ist ein seltenes Beispiel für ein spätgotisches Wohnhaus und ergänzt das architektonische Bild um ein weiteres klar bestimmtes Motiv.
Rundgänge mit historischem Schwerpunkt
Entlang des historischen und kunsthistorischen Rundgangs sind erhaltene Spuren der Renaissance-Mauern von Ozzano Monferrato mit Ziegelmauerwerk und treppenförmigen Verzierungen zu sehen. Der Rundgang umfasst außerdem den einzigen noch erhaltenen Wehrturm von Ozzano Monferrato. So stehen beim Erkunden des Ortes Mauerwerk, Befestigung und sakrale Kunst jeweils mit einem eigenen historischen Schwerpunkt nebeneinander.
Der Rundweg „Panorami e Ciminiere“ bietet Panoramablicke und führt zu zahlreichen Bauwerken, die von der Zeit zeugen, in der Ozzano Monferrato und die umliegenden Orte ein bedeutendes Zentrum der Zementproduktion waren. Das Valle Fontanola ist als Gebiet der Industriearchäologie der Zementherstellung zugleich ein Ort, an dem diese industrielle Geschichte entdeckt und kennengelernt werden kann.
Praktische Orientierung
In der Ortschaft Lavello können Besucher am Bahnhof parken. In dessen Nähe befindet sich eine Informationstafel zum Weg „Panorami e Ciminiere“. Ozzano Monferrato ist durch Busverbindungen der Autolinee STAT Turismo mit Casale Monferrato und durch eine von GTT betriebene Linie mit Turin verbunden. Das historische Dorf kann im Rahmen von Castelli Aperti oder nach vorheriger Reservierung mit Führung besichtigt werden.
Weitere Reiseziele
Weitere Reiseziele zum Vergleichen: Capriata D'orba, Carbonara Scrivia, Gabiano, Odalengo Piccolo, Sant'Agata Fossili, Garbagna, Serralunga Di Crea und Olivola.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Alessandria.