Pescolanciano zwischen Castello, Tratturo und Collemeluccio
Pescolanciano liegt auf einem felsigen Sporn zwischen den Tälern des Flusses Trigno im Osten und des Wildbachs Savone im Westen. Wenn Sie italienische Geschichte und Landschaft gemeinsam betrachten möchten, finden Sie hier ein Ortsbild, in dem Burg, Tratturo, Keramik und das Naturschutzgebiet Collemeluccio unterschiedliche Zugänge eröffnen.
Geschichte zwischen Burg und Tratturo
Die frühesten historischen Nachrichten über Pescolanciano stammen aus der samnitischen Zeit im 4. Jahrhundert v. Chr. und umfassen die Überreste einer befestigten Siedlung namens Santa Maria dei Vignali. Die archäologische Stätte Santa Maria dei Vignali umfasst zudem Überreste samnitischer Befestigungsanlagen und eines mittelalterlichen Dorfes. Im historischen Zentrum entwickelt sich das Ortsbild rund um den Tratturo Castel di Sangro–Lucera, der den Charakter eines grasbewachsenen Weges bewahrt.
Das Castello D'Alessandro ist ein fünfeckiger befestigter Bau auf einem Felsvorsprung, der die Stadt überragt. Seit den 1980er-Jahren ist es formell als Nationaldenkmal anerkannt. Eine 1628 errichtete Adelskapelle bewahrt die Reliquien des Sant'Alessandro. Im Schloss bestand ab ihrer Gründung im Jahr 1790 eine Keramikfabrik, die 1798 durch einen Brand zerstört wurde.
Feste und Keramikkultur
Am 25. Juli prägt eine Garbenparade, die im lokalen Dialekt manuocchi heißt, das Sant'Anna-Fest in Pescolanciano. Die Sant'Anna-Prozession zieht durch Pescolanciano und endet an der Kirche del Salvatore, wo das Getreide gesegnet wird. In den Tagen davor flechten Frauen Getreideähren zur Ausschmückung des Ortes, während Familien Garben mit Blumen verzieren. Das Museo della ceramica di Pescolanciano „Pasquale M. D'Alessandro“ befindet sich in der Taverna del Duca, Via Garibaldi 8, Pescolanciano. Das Museo delle Ceramiche ist in den Räumen der ehemaligen Taverna del Duca untergebracht.
Collemeluccio und der Rundweg
Im Naturschutzgebiet Collemeluccio in Pescolanciano kommt die heimische Weißtanne sowohl in reinen Beständen als auch in Vergesellschaftung mit der Zerreiche vor. Beim Besucherzentrum und der Foresteria von Collemeluccio gibt es einen Picknickbereich sowie einen Campingbereich für organisierte Gruppen. Der Anello di Collemeluccio beginnt und endet an der Foresteria Collemeluccio im Naturschutzgebiet und ist ein 6,3 Kilometer langer Rundweg mit 223 Höhenmetern und einer Richtdauer von 1 Stunde und 50 Minuten.
Historische Wege als Reiseerlebnis
Der durch Pescolanciano führende Tratturo diente der Transhumanz und verband die Berge des zentralen Apennins mit dem Meer und dem Tavoliere di Puglia. Eine Reitwanderung führt über den alten Tratturo Castel di Sangro–Lucera bis nach Pescolanciano. Damit bietet der Ort neben Bauwerken und Festtraditionen auch historische Wege, die Landschaft, Ortsgeschichte und unterschiedliche Formen des Unterwegsseins miteinander verbinden.
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