Amandola zwischen Geschichte und Berglandschaft
Amandola ist ein östlicher Zugang zum Parco Nazionale dei Monti Sibillini und verbindet diesen Landschaftsbezug mit einem ausgeprägten kulturhistorischen Profil. Kirchen, Museen, eine traditionsbezogene Prozession und der Wanderweg E6 zeigen mehrere Facetten der Stadt und ihres Umfelds.
Kirchen, Tore und Zeugnisse der Geschichte
Die Porta S. Giacomo ist ein gotischer Zugang zum gut erhaltenen historischen Zentrum von Amandola. Die Chiesa di San Francesco wurde 1352 unter ihrem endgültigen Namen San Francesco geweiht; ihr einschiffiges Langhaus endet in einer polygonalen Apsis. Die Chiesa di Sant'Agostino - Beato Antonio erhielt zwischen 1606 und 1612 eine barocke Ausstattung mit Stuck, allegorischen Figuren und Fresken. Das Santuario del Beato Antonio stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Auch die religiöse Geschichte Amandolas reicht weit zurück. Der Augustinerorden war seit 1301 am heutigen Standort der Chiesa di Sant'Agostino - Beato Antonio angesiedelt, während die Präsenz der Franziskaner-Konventualen in Amandola seit 1265 durch ein Dokument belegt ist. Die frühesten schriftlichen Zeugnisse der Abbazia di San Vincenzo e Anastasio stammen aus dem Jahr 1044; die Abtei liegt am Fuß des Monte Amandola auf etwa 850 Metern über dem Meeresspiegel. Die Ponte Romanico - Gotico sul Fiume Tenna wurde 1425 von mastro Savino di Stefano Pucci restauriert.
Museen und gelebte Tradition
Im Museo del Paesaggio bietet ein Rundgang mit Bildern und Texten Einblicke in die Landschaften, die Flora, die Fauna, die Legenden, die Kunst, die Geschichte und die Volkskultur des Parco Nazionale dei Monti Sibillini. Das Museo Antropogeografico dei Monti Sibillini wurde aus dem durch das Erdbeben beschädigten Chiostro di San Francesco in die Collegiata verlegt. Das Museo Antropogeografico di Amandola umfasst Rekonstruktionen menschlicher Tätigkeiten, durch die die Natur gestaltet und erhalten wurde.
Zur kulturellen Prägung gehört außerdem die Rievocazione Storica delle Canestrelle e Festa del Beato Antonio. Sie beruht auf dem alten Brauch, dem Heiligen als Zeichen der Dankbarkeit und als gutes Vorzeichen für die Ernte Getreide zu bringen. Die Prozession führt in historischen Kostümen durch die Straßen von Amandola und findet in der dritten Augustwoche statt.
Der Wanderweg E6 in den Monti Sibillini
Für die Landschaftsperspektive steht der Wanderweg E6. Er beginnt und endet in Amandola (Campolungo) und führt über Pizzo Acuto, Pizzo Tre Vescovi und Fonte del Faggio. Dabei durchquert er die linke Seite des wilden Valle dell'Ambro, führt über die weiten Wiesen des Monte Amandola und erreicht die Hochgebirgswiesen des Monte Acuto und des Pizzo Tre Vescovi.
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