Montedinove: Historisches Zentrum, Kultur und Weitblick
Montedinove zwischen Gassen, Kirchen und Weitblick
Montedinove lädt dazu ein, sein historisches Zentrum Schritt für Schritt zu erkunden. Bei einem Spaziergang lassen sich Architektur und vielfältige städtebauliche Details entdecken. Im Zentrum liegen die kommunalen Waschhäuser, die Brunnen des Aquädukts von Polesio, das Wappen der Schneiderzunft aus dem 14. Jahrhundert und eine charakteristische Loggia aus dem 15. Jahrhundert. So begegnen Ihnen auf engem Raum unterschiedliche Spuren der Ortsgeschichte.
Architektur mit vielen Zeitschichten
Die Porta della Vittoria ist ein erhaltenes Eingangstor aus dem 12. Jahrhundert in Montedinove. Zur Chiesa di Santa Maria de Cellis gehört eine Geschichte, die sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt: Benediktiner aus Farfa errichteten die Kirche zusammen mit einem angeschlossenen Kloster. Auf der Piazza Novana ist außerdem das Portale Santa Maria de Cellis sichtbar. Es ist zugemauert und wird auf das Jahr 1368 datiert. In der Chiesa di Santa Maria de Cellis befindet sich zudem ein hölzernes Kruzifix aus dem 13. oder 14. Jahrhundert.
Das Santuario di San Tommaso Becket bewahrt Reliquien des Märtyrers auf. Seit seiner Gründung zwischen 1620 und 1646 empfängt das Heiligtum Pilger aus dem Fermano, dem Ascolano, einem Teil der Abruzzen und in jüngerer Zeit auch aus der Romagna. Für kulturinteressierte Besucher erweitert dieser Ort den Blick auf Montedinove um eine religiöse und regional verbundene Geschichte.
Museum und picenische Vergangenheit
Das Museo archeologico Tombe Picene konzentriert sich auf 20 restaurierte picenische Gräber aus dem 6. oder 7. Jahrhundert v. Chr. und ihre Grabbeigaben. Untergebracht ist das Museum im Klosterkomplex der ehemaligen Kirche der Klarissen aus dem 17. Jahrhundert. Damit treffen in einem historischen Gebäudekomplex archäologische Zeugnisse und spätere Sakralgeschichte aufeinander.
Lu Spiazze und die Aussicht
„Lu Spiazze“ erreichen Sie über die steile Gasse Via del Suffragio, die teilweise als Treppe ausgeführt ist. Die Einwohner bezeichnen einen von Wohnbebauung freien Platz mit einem eindrucksvollen Blick auf die Monti Sibillini als „Lu Spiazze“. Von Montedinove reicht der Panoramablick außerdem von der Adriaküste und dem Monte Conero bis zu den Monti Sibillini und dem Gran Sasso d’Italia. Diese räumliche Weite bildet einen deutlichen Kontrast zu den Gassen und historischen Bauwerken des Ortes.
Apfel, Ernte und lokale Feste
In Montedinove wird die Mela Rosa dei Monti Sibillini angebaut, die als Presidio Slow Food anerkannt ist. Am 1. Mai findet auf dem zentralen Platz die Festa del Piantar Maggio statt. Dabei wird als Wunsch für eine gute und ertragreiche Ernte ein Baum gepflanzt. Ende Oktober oder Anfang November folgt die Veranstaltung Sibillini in rosa zu Ehren der Mela Rosa. Erzeugermärkte, Geschmacksworkshops, Vorträge, Musik und Gesänge der Volkskultur verbinden dabei landwirtschaftliche Tradition mit öffentlichem Kulturleben.
Weitere Spuren der Ortsgeschichte
Die rechte Seite der ursprünglichen kleinen Kirche an der Chiesa di San Lorenzo stammt aus dem 10. oder 11. Jahrhundert und ist vollständig in spätere Umbauten integriert. Auch die Geschichte der Befestigung bleibt an den Namen erkennbar: Nach der Abwehr eines Angriffs trug Porta Marina auch die Bezeichnungen Porta della Vittoria und Porta dei Santi Quaranta Martiri.
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