Castignano zwischen Mittelalter, Moccoli und Calanchi

File:Castignano - Ripaberarda.jpg File:Castignano - Ripaberarda.jpg Foto: Paulacastelli via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Castignano verbindet historische Spuren, lokale Festtraditionen und eine von Erosion geprägte Landschaft. Wenn Sie für Ihre Italienreise einen Ort mit konkreten kulturhistorischen Schauplätzen suchen, finden Sie hier ebenso Ansatzpunkte wie für eine individuelle Tagesplanung. Die Wahl einer Unterkunft kann sich damit an Ihrem gewünschten Schwerpunkt orientieren.

Historische Spuren im Ortsbild

An der südlichen Steilkante befestigt eine monumentale Mauer mit dreizehn Bögen Castignano. Die Stele von Castignano wurde im Gebiet von Castignano gefunden und stammt aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.; eine Kopie steht nahe der Piazza V. Emanuele. Ihre bustrophedische Inschrift erzählt, dass ein Sohn davor warnt, das Grab seines Vaters und seiner Mutter zu schänden.

Die heutige Struktur der gotischen Kirche Santa Maria del Borgo – der Kirche der Templer – stammt aus dem 14. Jahrhundert. In der Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo aus dem 14. Jahrhundert befindet sich das Musei sistini del Piceno – Museo di arte sacra di Castignano. Die Kirche besitzt ein großes Fresko des Jüngsten Gerichts aus dem 15. Jahrhundert, während die Krypta Fresken aus der Schule von Carlo und Vittore Crivelli enthält.

Das Polo Museale di Arte Sacra e delle Icone wurde 2009 eröffnet. Es befindet sich in einem Palais aus dem 18. Jahrhundert, das bis in die 1970er-Jahre der Familie De Scrilli gehörte; sein ebenerdiger Eingang ist für Menschen mit Behinderungen zugänglich. Außerhalb der vorgesehenen Zeiträume öffnet das Musei sistini del Piceno auf Anfrage für 4,00 Euro pro Person, wobei eine Führung möglich ist. In der Kirche Sant'Egidio befindet sich außerdem eine Madonna del Rosario, die Simone De Magistris zugeschrieben wird.

Moccoli und historische Feste

Der Karneval von Castignano gilt als historischer Karneval. Die Moccoli-Laternen werden von örtlichen Handwerkern gefertigt, und Castignano überliefert die Moccoli-Tradition ununterbrochen seit mindestens 1861. Bei der Moccoli-Prozession ist die öffentliche Beleuchtung ausgeschaltet; auf der Piazza San Pietro gipfelt sie in einer traditionellen Schlacht und einem reinigenden Freudenfeuer. Templaria ist ein historisches Festival, das Castignano Ende August belebt.

Hügellandschaft und Wege

Castignano liegt in einer Hügellandschaft am Fuß des Monte Ascensione auf etwa 475 Metern über dem Meeresspiegel. Suggestive Calanchi, von Erosion geprägte Lehmformationen, umgeben den Ort. Im Hauptort gibt es geologische Formationen, die als Schlammvulkane, italienisch vulcanelli di fango, bezeichnet werden.

Vom Hauptort Castignano führt eine Route zum Santuario S. Bernardino und nach Ripaberarda. Zugleich vermitteln die Gassen die Atmosphäre eines bedeutenden und malerischen mittelalterlichen Zentrums. Sie können Ihren Aufenthalt daher auf historische Besichtigungen konzentrieren oder die Route vom Hauptort in Ihre persönliche Reiseplanung einbeziehen.

Ein eigener landwirtschaftlicher Akzent

Auch der Anbau von Anis gehört zur Geschichte Castignanos: Er ist in Texten seit dem 15. Jahrhundert belegt. Dieser landwirtschaftliche Bezug ergänzt die sakralen, architektonischen und festlichen Themen des Ortes. Bei der Wahl Ihres Hotels in Castignano können Sie so abwägen, ob für Sie die Kulturgeschichte, die lokalen Traditionen oder die Landschaft im Mittelpunkt stehen soll.

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