Naggio zwischen Comer See, Kunst und Wanderwegen
Naggio verbindet religiöse Kunst, Spuren einer lokalen Kunsttradition und Wege durch Weiden und Almen. Von hier aus bietet sich ein schöner Blick auf den Comer See.
Kirchen, Kapellen und lokale Kunst
Die Chiesa di S. Antonio Abate reicht in ihren Ursprüngen bis ins 15. Jahrhundert zurück. In der Kirche sind wiederentdeckte Fresken erhalten; eine Kreuzigung wurde 1988 restauriert. 1629 wurde die Kirche zur Pfarrkirche, 1683 geweiht.
In der Apsis befindet sich ein Triptychon aus dem späten 16. Jahrhundert. Die Szenen zeigen das Leben des heiligen Antonius, des heiligen Sebastian und des heiligen Rochus; geschaffen wurde das Werk von Giovan Antonio de Rossi.
Die Cappella di San Rocco liegt in der Località „La Comuna“ oberhalb des Ortsteils Naggio. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts während der Choleraepidemien errichtet, die ab 1830 die italienische Halbinsel und Europa heimsuchten. In Naggio sind außerdem Spuren einer lokalen Kunsttradition an Gebäudeportalen sowie auf Fresken an Häusern und in den Gassen erhalten. Die Chiesa della Madonna Addolorata bewahrt eine bemerkenswerte Gemäldesammlung aus dem 17. Jahrhundert mit Darstellungen der Schmerzensmutter, des Martyriums des heiligen Sebastian und der Jungfrau Maria.
Wege zwischen Weiden und Kalköfen
Der Percorso dell'alpigiano trägt auch den Namen „Alpeggi e Pascoli“. Er beginnt in Naggio und führt bergauf zu Weiden und Almen. Diese sind durch gut ausgeschilderte und leicht begehbare Wege miteinander verbunden. Der Percorso delle Calchere e degli Orridi führt von Naggio, Località S. Rocco, bis nach Sass Corbèe. Auf diesem Weg erreicht man nach etwa einer halben Stunde Fußweg die ersten Calchere, Anlagen zur Kalkherstellung.
Der Percorso della Geologia e dei Fossili verläuft zwischen Località Spin und den Kohlebergwerken. Der 26 km lange Rundweg „Dal Lario al Ceresio“ führt von Menaggio über Grandola ed Uniti, Codogna, Velzo, Naggio, Gottro, Carlazzo, Corrido und Porlezza zurück nach Menaggio. Die Route zu den Calchere lässt sich mit der ungefähren Gehzeit als eigener Abschnitt planen. Für die 26 Kilometer lange Rundtour ist dagegen mehr zeitlicher Spielraum einzuplanen. Wer die Strecken nicht am selben Tag verbinden möchte, kann die Ziele getrennt planen und Naggio als Bezugspunkt beider Wege in die Planung einbeziehen.
Piazzetta und musikalische Tradition
Auf Naggios zentraler Piazzetta steht ein Brunnen mit Statuen, der im Gebiet von Grandola als einzigartiges Beispiel gilt. Zur Geschichte des Ortes gehört auch die Società Filarmonica di Naggio: Das lebhafte lokale Ensemble begleitete die Festtage musikalisch und blieb bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aktiv. Beim L’Incanto Festival 2026 umfasst das Programm einen dreitägigen Weg mit Geselligkeit, traditionellen Aromen und klanglichen Eindrücken.
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