Brienno am Comer See: Geschichte zwischen Gassen und Ufer

File:Brienno Chiesa dell'Immacolata.jpg File:Brienno Chiesa dell'Immacolata.jpg Foto: Maurizio Moro5153 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Brienno am Comer See zeigt seinen Charakter in der Verbindung aus mittelalterlichem Ortskern, Seeufer und Spuren verschiedener Epochen. Im Zentrum bewahrt der Ort enge Gassen, Portiken, Treppen und Unterführungen; die teilweise aus Stein bestehenden Häuser reichen bis an das Ufer des Sees. Sehr kleine Gassen, Plätze, Kreuzungen und überdachte Durchgänge schaffen Blickbeziehungen bis an die Ufer des Comer Sees. Für Sie erschließt sich Brienno damit eher im langsamen Wechsel zwischen Ortsdetails und Seeorientierung als über eine einzelne große Sehenswürdigkeit.

Architektur und Landschaft über dem Ort

Zur besonderen Architektur Briennos gehört La Torrazza. Das Bauwerk liegt isoliert und erhöht außerhalb des bebauten Zentrums. Es ist als befestigte Architektur und als Turm klassifiziert, diente historisch der Verteidigung und befindet sich in Privatbesitz. Seine Lage und sein historischer Zweck gehören deshalb zur Ortsgeschichte, ohne dass daraus ein heutiger Zugang abgeleitet werden kann. An den Hängen oberhalb von Brienno sind außerdem Reste historischer Terrassen erhalten. Sie waren einst mit Weinreben, Olivenbäumen und Lorbeer bepflanzt und erinnern an eine frühere Nutzung der Hänge.

Kirchen, Kunst und lokale Geschichte

Die Chiesetta di San Vittore trägt auch den Namen Chiesetta di Sant’Anna und besitzt einen Glockenturm aus dem 11. Jahrhundert. Die heutige Kirche wurde im 16. Jahrhundert errichtet und im 17. Jahrhundert umgestaltet. In der Chiesa dei Santi Nazaro e Celso hängen Gemälde von Gian Paolo Recchi; hinzu kommen zwei wertvolle Glasfenster aus dem 16. Jahrhundert sowie ein Altarbild von Andrea de’Passeri. Brienno verbindet dadurch sakrale Baugeschichte mit konkreten Kunstwerken, die sich unterschiedlichen Jahrhunderten zuordnen lassen.

Ein eigener historischer Schwerpunkt ist die Galleria di Mina. Sie trägt auch die Bezeichnungen Galleria di demolizione und Galleria del Puncett. Der unter dem Kirchhof der Chiesa della Madonna del Ronco angelegte Tunnel entstand im Ersten Weltkrieg zu militärischen Zwecken und war Teil der Cadorna-Linie. Heute beherbergt die Galleria di Mina ein kleines Museum mit historischen Kriegsrelikten. Für den Besuch ist eine Voranmeldung erforderlich; alternativ ist der Zugang bei Sonderöffnungen im Jahresverlauf möglich.

Vom Seidenhandwerk zum Rundweg

Die Antica Filanda in Brienno wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Seidenproduktion errichtet. Zusammen mit den erhaltenen Terrassen und den Bauwerken im Ortskern verweist sie auf unterschiedliche Formen der früheren Nutzung und Gestaltung des Ortes.

Anreise und Planung vor Ort

Brienno liegt 17 Kilometer von Como entfernt und ist über die panoramische SS340 entlang des nordwestlichen Ufers des Comer Sees erreichbar. Von Como und Colico aus besteht außerdem eine Verbindung mit der Buslinie SPT Linea C10/C20 Como–Argegno. Für Ihre Reiseplanung sind damit sowohl die Lage am See als auch die Anbindung an Como und Colico relevant.

Der Rundweg Via della Poesia – Sentiero Elsa Somalvico beginnt und endet in Brienno.

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