Tuscania zwischen Tufflandschaften und archäologischen Spuren

File:Tuscania 02.JPG File:Tuscania 02.JPG Foto: Mattana via Wikimedia Commons, Public domain

Tuscania verbindet Natur, Architektur und Archäologie in einer Ortslandschaft mit mehreren eigenständigen Schwerpunkten. Historische Epochen, ein geschützter Landschaftsraum und feste kulturelle Traditionen prägen den Ort. Altstadtmauern, Tuffschluchten, Nekropolen und feste Termine eröffnen unterschiedliche Zugänge zu Tuscania, ohne dass ein einziges Thema den Ort vollständig bestimmt.

Naturraum zwischen Mauern und Tuffschluchten

Das Naturschutzgebiet Riserva Naturale Regionale Tuscania liegt vollständig im Gebiet von Tuscania und umfasst die von Mauern umgebene historische Altstadt. Die Altstadt gehört damit räumlich zum Schutzgebiet. Von Wasserläufen erodierte Vulkan-Tufflandschaften mit tiefen Schluchten bilden innerhalb dieses Bereichs einen geologischen Schwerpunkt.

Im Naturschutzgebiet kommen seltene oder ungewöhnliche Vogelarten wie Pirol und Baumfalke sowie häufigere Arten wie Eisvogel und Nachtigallrohrsänger vor.

Archäologie mit mehreren Epochen

Die Nekropole Madonna dell'Olivo ist besonders für hellenistische Gräber aus dem 4. bis 1. Jahrhundert v. Chr. bekannt, die auf mehreren Geländestufen angeordnet sind. Die Gräber verteilen sich dabei über eine gestufte Topografie und geben der Anlage eine klar gegliederte räumliche Form.

Innerhalb der archäologischen Zone der Nekropole Madonna dell'Olivo liegt die Grotta della Regina. Sie besteht aus einer zentralen Kammer, die über einen langen Dromos erreichbar ist, sowie aus in den Tuffstein gehauenen Gängen auf drei Ebenen. Der lange Zugang, die zentrale Kammer und die Ebenen der Gänge bestimmen den baulichen Aufbau der Höhle.

Der archäologische Bereich Colle di San Pietro bewahrt bedeutende Spuren etruskischer, römischer und frühmittelalterlicher Besiedlung. In der Nekropole di Sasso Pinzuto umfasst ein Hügelgrab ein quer angelegtes Atrium und zwei Kammern. Am Colle di San Pietro stehen damit Siedlungsspuren im Mittelpunkt, während Sasso Pinzuto die Gliederung eines einzelnen Grabes zeigt.

Architektur, Museen und feste Traditionen

Das zentrale Portal von Santa Maria Maggiore ist von Löwen flankiert und reich mit Flachreliefs geschmückt.

Das Museo archeologico nazionale di Tuscania befindet sich im ehemaligen Franziskanerkloster Santa Maria del Riposo. Das Kloster wurde 1247 gegründet und bringt damit einen eigenen historischen Baukontext in den Museumsstandort ein.

In der näheren Umgebung von Tuscania befindet sich das Museo archeologico nazionale Tuscanese.

Die Festa dei Santi Martiri in Tuscania ist den Stadtpatronen Secondiano, Veriano und Marcelliano gewidmet und gehört zu einer jahrhundertealten Tradition. Sie wird am 7., 8. und 9. August begangen. Die drei aufeinanderfolgenden Festtage liegen damit klar im August.

Die Pferdemesse „Nitriti di Primavera“ findet im Frühjahr in Tuscania statt und steht ganz im Zeichen der Pferde. Ihr Frühjahrstermin setzt einen saisonalen Gegenpunkt zur Festa dei Santi Martiri im August.

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