Rocca di Papa: Geschichte, Sternenhimmel und Landschaft

Geschichte und Kunst im Ortskern

Rocca di Papa verbindet historische Zeugnisse mit ungewöhnlichen Besuchszielen. Oberhalb des historischen Zentrums liegt das Museo Geofisico neben der Antica Fortezza Colonna. Es ist im Osservatorio Geodinamico untergebracht, den Michele Stefano De Rossi im Jahr 1886 errichten ließ.

Bei den Campi d’Annibale liegt die Fortezza Medievale degli Annibaldi. Durch die Gassen des alten Ortskerns führt der Percorso dei Murales mit Wandbildern lokaler Maler und Künstler. Geführte Besichtigungen präsentieren diese Murales als Kunstgalerie unter freiem Himmel. Auch die Kirchen erzählen von der Entwicklung des Ortes: Corrado Giaquinto malte 1739 das Altarbild „Assunzione della Vergine“ für die Pfarrkirche von Rocca di Papa. Die Bauarbeiten an Santa Maria Assunta in Cielo begannen 1664, um die Kirche del Crocifisso aus dem 12. Jahrhundert zu ersetzen, deren Größe für die wachsende Zahl der Gläubigen nicht mehr ausreichte.

Via Sacra und Monte Cavo

Die Via Sacra stammt aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. und führte zum Tempel des Jupiter Latiaris auf dem Monte Cavo. Entlang des Weges sind weiterhin seitliche Crepidines aus Peperinstein sichtbar. Die Via Sacra ist auch von Campi d’Annibale an der Piazza di Vittorio aus erreichbar. Damit lässt sich ein Besuch historischer Landschaftsspuren mit einer Erkundung der Umgebung verbinden, ohne die antike Bedeutung des Weges aus dem Blick zu verlieren.

Sternenhimmel und Wissen über die Erde

Im Ortsteil Vivaro von Rocca di Papa liegt der Parco Astronomico „Livio Gratton“, an einem der dunkelsten Orte der Castelli Romani für astronomische Beobachtungen. Die Sternwarte verfügt über Teleskope für nächtliche und solare Beobachtungen. Zum Angebot gehören Planetariumsbesuche, Abende mit astronomischen Beobachtungen und geführte Spaziergänge. Bei den AstroIncontri verbinden sich geführte Besichtigungen mit der Beobachtung des Himmels mit bloßem Auge und durch ein Teleskop.

Das Museo Geofisico erläutert wissenschaftliche Modelle des Erdinneren und vermittelt mithilfe eines Experten neue Kenntnisse über die Erde und die Planeten. Das Santuario della Madonna del Tufo wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtet, um an ein im Mittelalter geschehenes Wunder zu erinnern.

Landschaft und lokale Spezialitäten

Die Pratoni del Vivaro bilden eine grüne Talfläche, die für Picknicks, Fahrradtouren und Ausritte genutzt wird. Vom Aussichtspunkt Occhialone lassen sich gleichzeitig die beiden Vulkanseen Nemi und Albano sowie dahinter das Meer sehen. Die Aussicht und die weite Talfläche geben Ausflügen in Rocca di Papa unterschiedliche Schwerpunkte zwischen Landschaft, Bewegung und ruhiger Rast.

Zur lokalen Eigenart gehört die Rocchicianella, eine kleine, süß schmeckende Kastanie. Ihr ist jedes Jahr am dritten Sonntag im Oktober ein Fest gewidmet. Die Ciambella degli Sposi ist ein altes handwerkliches Produkt und heute als traditionelles Agrar- und Lebensmittelprodukt des Latiums, kurz PAT, anerkannt. Wer ein Hotel in Rocca di Papa auswählt, kann die eigenen Interessen daher an Geschichte, Astronomie, Landschaft oder regionaler Esskultur ausrichten.

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