Misericordia zwischen Heiligtum, Fresken und Sabiner Hügeln

Misericordia zwischen sakraler Kunst und Sabiner Hügeln

Misericordia verbindet ein bedeutendes religiöses Bauwerk mit kunstvollen Bildmotiven, lokaler Überlieferung und einer Radtour durch die Sabiner Hügel. Für Sie entsteht dadurch ein Reiseziel, das sich besonders über seine konkreten Schauplätze erschließt: Das Heiligtum Madonna della Misericordia liegt an der Via Provinciale Stazione, während eine etwa 50 Kilometer lange Radtour durch die Sabiner Hügel über Misericordia führt. Die Strecke nutzt wenig befahrene, von Grün umgebene Straßen und nennt außerdem Fuori Dazio als Ortsbezeichnung.

Das Heiligtum Madonna della Misericordia

An der zentralen Wand des Presbyteriums befindet sich die wundertätige Darstellung der Madonna mit dem Jesuskind und dem heiligen Antonius Abt. An der rechten Wand des Presbyteriums ist die Verkündigung des Engels an Maria als Szene zu sehen; an der linken Wand erscheint die Heimsuchung Mariens bei der heiligen Elisabet. Das Altarbild am rechten Seitenaltar zeigt die Madonna mit dem Jesuskind, den heiligen Josef, die Heiligen Joachim und Anna sowie den jungen heiligen Johannes den Täufer. Am linken Seitenaltar ist die Kreuzabnahme Jesu dargestellt.

Die Kirche besitzt an beiden Seitenwänden Fresken mit den Stationen des Kreuzwegs. Auch die Decke greift die religiöse Überlieferung auf: Dort befindet sich ein Fresko des berichteten Wunders mit der Darstellung des Bildes, Lucia Del Bufalo und Menschen aus der örtlichen Bevölkerung. Auf dem Bild sind die Madonna, das Jesuskind und der heilige Antonius Abt dargestellt. Die wundertätige Darstellung wurde am 29. Juni 1890 von Bischof Paolo De Santis feierlich gekrönt.

Architektur und Farbwirkung

Das Heiligtum wurde von dem Architekten Angelo Sani in schlichten klassizistischen Formen entworfen und errichtet. Der mit Stuck und Ziegeln gefasste Altar des Heiligtums Madonna della Misericordia umrahmt ein Gemälde mit umbrischer Prägung aus dem 15. bis 16. Jahrhundert. Eine Wanddekoration in Elfenbein- und blassen Grüntönen wird durch feine goldene Akzente ergänzt. So treffen klare architektonische Formen, zurückhaltende Farben und zahlreiche figürliche Darstellungen in einem eng umrissenen sakralen Raum aufeinander.

Feste und Spuren unter der Erde

Zur Tradition der Madonna della Misericordia gehören zwei jährlich wiederkehrende Festtage am 23. Januar und am 27. Juni. Im Gebiet La Misericordia nahe der gleichnamigen Kirche wurde außerdem ein antiker unterirdischer römischer Aquädukt ausfindig gemacht. Zu dieser Wasseranlage gehört ein 16 Meter tiefer Brunnen, an dessen Grund zwei entgegengesetzte Aquäduktstollen beginnen. Diese Verbindung aus religiöser Geschichte und römischer Wasserbaukunst gibt Misericordia ein ungewöhnlich vielschichtiges Profil.

Radtour und örtliche Orientierung

Wer die Sabiner Hügel mit dem Fahrrad erkunden möchte, findet eine etwa 50 Kilometer lange Route, die über Misericordia führt und wenig befahrene, von Grün umgebene Straßen nutzt. Eine weitere Orientierung bietet die Buslinie 1 von Autolinee Troiani: Sie verbindet Poggio Mirteto FS mit Ponte Garibaldi Cap. und umfasst die Haltestelle Misericordia.

Weitere Orte für Ihre Italienplanung: Belmonte In Sabina, Roccaranieri, Ornaro, Vacone, Greccio, Posta, Stimigliano, Contigliano.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Rieti.

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