Santi Cosma e Damiano: Geschichte zwischen Sanktuarium und Monti Aurunci
Unterkünfte in Santi Cosma e Damiano
Santi Cosma e Damiano zeigt seinen historischen Charakter besonders deutlich im Zentrum: Das Sanktuarium Santi Cosma e Damiano beherrscht das historische Zentrum und die Piazza Tommaso Rossi. Seine heutige Fassade geht auf einen Entwurf des Architekten L. Bruzio zurück und unterscheidet sich deutlich von der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Fassade aus dem 17. Jahrhundert. Auch die Architektur selbst bietet ein Detail zum genaueren Hinsehen: Ihre Elemente verweisen auf die Zahl drei und stellen möglicherweise eine symbolische Anspielung auf die Heilige Dreifaltigkeit dar.
Sanktuarium und Kirchenkunst
Im Sanktuarium befinden sich Statuen der Heiligen aus Pappelholz aus dem späten 18. Jahrhundert. Geschaffen wurden sie von einem unbekannten Künstler der kampanischen Schule. Das Baptisterium des Sanktuariums Santi Cosma e Damiano rahmt außerdem ein Ölgemälde des lokalen Malers Gianni Espositore (1950–1992), das die Taufe Jesu darstellt.
Zur älteren Kirchengeschichte gehört die Chiesa di San Martino. An der Stelle der heutigen Kirche wurde um das 10. Jahrhundert von den Herzögen von Gaeta eine dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kirche errichtet. Ihre Geschichte ist mit zahlreichen Besitzungen der Abtei Montecassino verflochten; in späteren Jahrhunderten wurde sie zu einer Benediktinerzelle. Die historischen Kunstwerke der Chiesa di San Martino wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ersetzt wurden sie durch ein 1952 entstandenes Gemälde von G. Quadroni mit dem heiligen Martin sowie durch ein von Aldo Falso geschaffenes, dramatisches Fresko der Kreuzigung in der Apsis.
Knapp außerhalb des historischen Zentrums liegen die Ruinen der Chiesa di Santa Maria del Soccorso an der alten Maultierroute.
Torre Ventosa und die Geschichte von Ventosa
Auf dem Hügel von Ventosa steht die Torre Ventosa, ein mittelalterlicher Turm im romanischen Stil mit quadratischem Grundriss. Errichtet wurde sie zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert. Der Turm ist 24 Meter hoch und aus Kalkstein gebaut. Seine Funktion erklärt sich nicht aus einer ummauerten Festungsanlage: Die Torre Ventosa war nicht von Mauern geschützt, da sie hauptsächlich der Kontrolle des nördlichen Gebiets und der Beobachtung möglicher Gefahren aus Coreno, Cardito und Aurito diente.
Sie enthält eine Zisterne, die über einen Ziegelregenablauf mit Regenwasser gespeist wurde und dem Ort lange Zeit als wichtige Wasserressource diente. Das Bauwerk steht damit nicht nur für Beobachtung und Verteidigung, sondern ebenso für eine konkrete historische Lösung im Umgang mit Wasser.
Zu Ventosa gehört außerdem die Geschichte der Stramma-Verarbeitung. Das Handwerk war der älteste und wichtigste Berufsteil der Ortschaft Ventosa und stellte lange Zeit ein unterscheidendes lokales Merkmal dar. Stramma wächst wild in den Monti Aurunci und wird im Winter von November bis Ende Mai gesammelt. Traditionell wurden aus sieben Stramma-Maschen bestehende Stramma-Fäden zum Ausstopfen von Stühlen, Korbflaschen und anderen Gegenständen verwendet. Der regionale Begriff bleibt dadurch mit Landschaft, Jahreszeit und handwerklicher Nutzung verbunden.
Flusslandschaft, Route und Festkultur
Santi Cosma e Damiano wird vom Wasser des Flusses Garigliano berührt. Zugleich liegt der Ort an der Appia-Pedemontana-Direttice des südlichen Abschnitts der Via Francigena.
Eine eigene festliche Tradition ist das Carnevale Campagnolo, der offizielle Karneval der Gemeinde Santi Cosma e Damiano in der Provinz Latina. Beim Carnevale Campagnolo fahren die festlich gestalteten Wagen über die Via Francesco Baracca zur Preisverleihung auf der Piazza Campomaggiore.
Für den Zugang von Menschen mit Behinderungen verfügt das Sanktuarium Santi Cosma e Damiano über einen Aufzug.
Weitere Reiseziele
Wenn Sie Ihre Italienreise über Santi Cosma e Damiano hinaus erweitern möchten, finden Sie außerdem Foce Verde, Borgo Bainsizza, Castellonorato, Pulcherini, Norma, Latina, Tre Colli und Sperlonga.
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