Poggiomarino entdecken: Longola, Kirchen und ländliche Architektur

Poggiomarino lässt sich als Reiseziel zwischen protogeschichtlicher Landschaft, sakraler Kunst und ländlicher Ortsarchitektur entdecken. Besonders anschaulich wird dieser Charakter am Longola-Park, an Kirchen mit eigener Überlieferung und an einer Frasca-Tradition, die seit mehr als einem Jahrhundert besteht.

Longola zwischen Geschichte und Landschaft

Die protogeschichtliche Stätte Longola liegt im oberen Sarno-Tal. Die Siedlung bestand aus künstlichen Inseln, die von Kanälen umgeben waren; diese ermöglichten Bewegungen innerhalb der Siedlung sowie nach außen. Der Parco Archeologico Naturalistico di Longola erstreckt sich über eine Gesamtfläche von etwa 25.000 m². Zu ihm gehören Toiletten, ein Sekretariat, überdachte Bereiche für Empfang, Ausstellungen und Veranstaltungen sowie multimediale und pädagogische Räume. Damit verbindet der Park archäologische Themen mit einer räumlich erfahrbaren Landschaft.

Rekonstruktion und Naturbeobachtung

Der Longola-Park umfasst eine maßstabsgetreue Rekonstruktion des protogeschichtlichen Dorfes Longola. Daneben liegen rekonstruierte Kanäle, die auf Wasserniveau durchquert werden können. Im begrünten Bereich mit spontanen Sträuchern und Sumpfpflanzen ist außerdem Vogelbeobachtung möglich. Dafür stehen geeignete hölzerne Beobachtungsplätze zwischen begrünten Dünen und hochwachsenden Bäumen zur Verfügung. Auf die Zugbewegungen der Vögel wird dabei Rücksicht genommen.

Anreise zum Longola-Park

Der Longola-Park ist mit dem Auto über die S.S. 268 del Vesuvio mit der Ausfahrt Poggiomarino-San Giuseppe, über die A30 mit der Ausfahrt Sarno und über die A3 mit der Ausfahrt Scafati erreichbar. Auch die Circumvesuviana bietet eine Verbindung: Der Park ist über die Linie nach Sarno via Ottaviano oder über die Linie Poggiomarino via Scafati bis zur Haltestelle Poggiomarino erreichbar. Die Anreise kann somit über drei Straßenverbindungen oder über zwei Bahnverbindungen erfolgen.

Kirchen, ein Palazzo und sakrale Kunst

Zur historischen Seite Poggiomarinos gehört die Chiesa SS. Antonio da Padova, die 1753 errichtet wurde. Der Palazzo Carotenuto ist ein dreigeschossiges Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert mit symmetrisch gegliederter Fassade, Eingangsportal, rückwärtigem Hof und einem großen Garten. In der Chiesa SS. Rosario beherbergt der Barockaltar eine aus dem 17. Jahrhundert stammende Holzstatue der Madonna del SS. Rosario. Der Überlieferung nach schwitzte die Holzstatue der Jungfrau des SS. Rosario im März 1875 mehrere Tage lang besonders stark im Gesicht. Das Ereignis zog Gläubige und neugierige Besucher aus den umliegenden Orten an.

Lokale Bauformen und Frasca-Tradition

Zu den charakteristischen ländlichen Häusern in Poggiomarino gehören kubische Beispiele der bäuerlichen Architektur, die auch als „trulli vesuviani“ bezeichnet wurden. Die Frasca-Tradition in Poggiomarino besteht seit mehr als einem Jahrhundert und wurde am 31. Dezember 2024 zur Markierung des Übergangs vom alten zum neuen Jahr erneut gefeiert.

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