Roccamonfina: Vulkanlandschaft, Kastanien und historische Wege
Roccamonfina liegt auf der Südseite seines erloschenen Kraters. Die breite Caldera des Vulkans und der Kegel des Monte Santa Croce, der 1.005 Meter erreicht, prägen die Landschaft. Jahrhundertealte Kastanienwälder, vulkanische Böden und weitreichende Ausblicke geben dem Ort einen eigenen Charakter. Im Mittelpunkt stehen Natur, Wege, regionale Spezialitäten und historische Orte.
Vulkanlandschaft und Kastanienwälder
Die vulkanischen Böden begünstigen Kastanienwälder, in denen im Frühjahr Krokusse, Hahnenfuß, Primeln, Orchideen, Anemonen und Veilchen blühen. Die Wälder des Vulkans von Roccamonfina bieten außerdem Lebensraum für Füchse, Wildschweine, Dachse, Steinmarder und Hasen. Nahezu Rundum-Panoramen eröffnen sich vom Monte La Frascara, vom Monte Santa Croce und von den Lattani. Die Landschaft lässt sich dadurch nicht nur als vulkanischer Raum, sondern auch als abwechslungsreiche Kulisse für ruhige Naturerlebnisse und aussichtsreiche Unternehmungen verstehen.
Wege zwischen Fluss, alten Verbindungen und verlassenen Orten
Der Sentiero degli antichi Mulini verläuft am Fluss Savone zwischen den Fraktionen Torano und Garofali und führt anschließend bis in den Ort Roccamonfina. Als eigener Weg ist er 6 Kilometer lang, mittelschwer bis leicht und mit einer Gehzeit von etwa drei Stunden verbunden. Der Sentiero delle Orchidee e delle Nevi ist leichter und misst etwa 4,5 bis 5 Kilometer pro Strecke. Die unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgrade der beiden Wege in Roccamonfina helfen Ihnen, Ihre Tagesplanung an den gewünschten Wanderrhythmus anzupassen.
Ein weiterer Weg führt zum unbewohnten Geisterdorf Cerquarola. In seiner unmittelbaren Nähe befindet sich eine gut erhaltene antike Nevera in Form eines umgedrehten Kegels. Auch innerhalb des Ortes verweist ein historischer Verlauf auf frühere Verbindungen: Von der Piazza Nicola Amore führt die Via Napoli über einen alten Weg in Richtung der Fraktion Fontanafredda, mit der sie früher verbunden war.
Kirchen, Kunst und eine ungewöhnliche Uhr
Die Collegiata di Santa Maria Maggiore bietet einen Einblick in die lange Baugeschichte Roccamonfinas. Ihr Baukörper lässt sich auf den Beginn des 11. Jahrhunderts datieren. Am Sockel der Collegiata befindet sich eine öffentliche Uhr, die die Sonne, den Mond und einen Teil der Landschaft von Roccamonfina zeigt. Das Santuario e Convento di SS. Maria dei Lattani ist ein bemerkenswertes Beispiel der kampanischen Kunst des 15. Jahrhunderts und ergänzt die Natur- und Wegeerlebnisse um einen klaren kulturellen Schwerpunkt.
Kastanien als lokaler Schwerpunkt
Die g.g.A. „Castagna di Roccamonfina“ ist den Früchten der Sortengruppen Primitiva, auch Tempestiva, Napoletana, auch Riccia oder Riccia Napoletana, Mercogliana, auch Marrone, Paccuta sowie Lucente, auch Lucida, vorbehalten. Die Kastaniensorte Tempestiva trägt ihren Namen wegen ihrer frühen Reife und wird ab Anfang September vermarktet. Zur lokalen Geschichte gehört außerdem die Sagra della Castagna di Roccamonfina, die 1976 gegründet wurde, um die Kastanienernte und den Verkauf der Kastanien zu feiern. Der historische Kastanienmarkt von Roccamonfina entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und fand auf dem größten Platz des Ortes statt.
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