Faicchio: Festung, Kirchen und Wege durch die Geschichte
Faicchio verbindet mittelalterliche Architektur, sakrale Kunst, historische Wege und regionale Weinkultur. Das Castello Ducale wurde im 12. Jahrhundert auf Veranlassung der Grafen Sanframondo errichtet. Ergänzt wird dieses historische Bild durch den unterirdischen Acquedotto Romano di Fontanavecchia aus der Zeit um das 3. Jahrhundert v. Chr. sowie durch die Grotta di San Michele, die um 700 von den Langobarden für den Kult des Erzengels Michael genutzt wurde. In der Grotte sind Fresken noch heute sichtbar.
Festung, Berge und historische Verbindungen
Das Castello Ducale besitzt einen trapezförmigen Grundriss. An seinen Ecken sind drei der ursprünglich vier zylindrischen Türme erhalten. Auch die Landschaft um Monte Acero trägt Spuren früherer Epochen: Die megalithischen oskisch-samnitischen Mauern stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., während die Arce di Monte Acero eine samnitische Festung war, die zur Beobachtung von Feinden genutzt wurde. Die Ponte Fabio Massimo erleichterte die Verbindungen zwischen dem Monte Acero und dem Monte Monaco.
Kirchen mit Kunst und bewegter Geschichte
Die Chiesa di Santa Maria Assunta ist im Barockstil erbaut und besitzt Marmoraltäre. Sie beherbergt sakrale Kunstwerke, darunter Fresken und Statuen. Über dem Portal der Chiesa di S. Maria di Costantinopoli befindet sich eine Ädikula mit den Resten eines Freskos aus der Zeit vor 1688. In einer Kapelle an der rechten Seite liegen zwei Fresken mit Darstellungen des Letzten Abendmahls und der Fußwaschung.
Die Chiesa di San Rocco wurde nach einer Pestepidemie im 17. Jahrhundert erbaut. Ihr einschiffiges Langhaus wird von einer elliptischen Kuppel mit vier Okuli überwölbt. Die Chiesa di Santa Lucia besitzt sechs Fresken, die die Schmerzen der Jungfrau Maria darstellen, sowie einen Chor mit intarsiertem Holzgestühl. Die Kirchen zeigen dabei unterschiedliche Formen sakraler Gestaltung: barocke Ausstattung, Wandmalerei und intarsiertes Holzgestühl.
Der Komplex der Chiesa della B. V. Maria del Carmelo wurde im 17. Jahrhundert von den Karmeliten errichtet. 1898 wurde er zum Noviziat und zum Mutterhaus des neu gegründeten Ordens der Suore degli Angeli. Die Kirche bewahrt die sterblichen Überreste von Suor Serafina auf, die bei einer feierlichen Zeremonie in Faicchio am 28. Mai 2011 seliggesprochen wurde.
Die Cappella di San Francesco war am 15. Oktober 1943 Schauplatz eines von Nationalsozialisten verübten Massakers. Dabei wurden vier junge Männer und ein örtlicher Bauer getötet. Dieser Ort gehört damit auch zu den historischen Schauplätzen, die bei der Beschäftigung mit Faicchio eine bewusste und respektvolle Betrachtung verlangen.
Via Crucis und Anreise
Der vollständig gepflasterte Via-Crucis-Weg beginnt in Faicchios historischem Zentrum an der Via D.A. Palmieri und führt zum Convento di San Pasquale. Für die Planung ist außerdem wichtig: Faicchio hat keinen direkten Bahnanschluss. Der nächstgelegene Bahnhof ist Telese Terme, das über die Regionalbahn mit Neapel und Benevento verbunden ist.
Feste und Weinkultur
Im August umfasst die Veranstaltung Medievalia das Palio delle Contrade und die Feierlichkeiten zu Ehren des Schutzpatrons San Giovanni Battista. In Faicchio wird außerdem der DOC-Wein Falanghina del Sannio erzeugt. Im September findet die Sagra Enogastronomica statt. Zu diesem Fest gehört die Fontana delle tre botti, aus der Wein sprudelt. Wer eine Unterkunft in Faicchio auswählt, kann daher zwischen historischen Besichtigungen, religiösen Orten, einem gepflasterten Kulturweg und saisonalen Veranstaltungen unterschiedliche Schwerpunkte für den Aufenthalt setzen.
Weitere Orte zur Reiseplanung: Bucciano, San Nicola Manfredi, Moiano, San Salvatore Telesino, San Nazzaro, San Lorenzello, Pietrelcina, Luzzano
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