Varapodio zwischen Geschichte, Piazze und Bergamotte
File:Chiesa di San Nicola di Mira - Varapodio (Reggio Calabria) - Italy - 15 May 2016 - (1).jpg
Foto: Jacopo Werther via Source, CC BY-SA 4.0
Varapodio liegt auf einer flachen Ebene am Fuß des Aspromonte. Am Zusammenfluss des Flusses Marro und des Bachs Calabrò erhält der Ort eine klar erkennbare landschaftliche Lage; Marro hieß früher Metauro. Wenn Sie italienische Geschichte, Plätze, religiöse Feste und handwerkliche Besonderheiten verbinden möchten, bietet Varapodio dafür einen konzentrierten thematischen Rahmen.
Geschichte und Ortsbild
Die erste Siedlung von Varapodio entstand im 9. oder 10. Jahrhundert und lag ursprünglich in der Gegend „Salvatore“, etwa 3 km flussabwärts vom heutigen Ortszentrum, westlich des Flusses Marro. Zwischen dem Ende des 15. und dem Beginn des 17. Jahrhunderts zogen die Bewohner von Barapodi aus dem Gebiet San Salvatore weiter bergauf an den heutigen Standort; dort entstand und entwickelte sich das neue Varapodi.
Nach dem verheerenden Erdbeben des 18. Jahrhunderts wurde Varapodio am selben Standort wiederaufgebaut. Das historische Zentrum bewahrt viele seiner ursprünglichen dekorativen, strukturellen und architektonischen Elemente. Dazu gehört das vollständig erhaltene Portal des Palazzo Faccioli, das von den künstlerischen Arbeiten vergangener Zeiten zeugt. Die Chiesa di San Nicola wurde 1927 bis 1929 errichtet und dem Eklektizismus zugeordnet.
Die beiden Piazze des Zentrums
Auf der Piazza San Nicola steht die Fontana Asso di Coppe, die als das charakteristischste Wahrzeichen von Varapodio gilt. Ursprünglich hieß sie „Fontana dei quattro canali“; ihre spätere Bezeichnung geht auf die deutliche Ähnlichkeit mit dem Karo-Ass der neapolitanischen Spielkarten zurück. Im Jahr 2002 wurde sie nach einem Entwurf des Architekten Santo Fedele rekonstruiert. Die Piazza San Nicola ist für alle kostenlos zugänglich.
Der historische Weg über die Via Umberto I, die als Fortsetzung der Via Dogali verläuft, verbindet die beiden Hauptplätze des Zentrums von Varapodio: San Nicola und Santo Stefano. Auch die Piazza Santo Stefano ist für alle kostenlos zugänglich.
Feste und Bergamotte-Handwerk
Das Fest der Madonna del Carmine wird am Sonntag gefeiert, der dem 16. Juli am nächsten liegt; am vorhergehenden Samstag findet der eindrucksvolle Abstieg der Madonna statt. Der heilige Nikolaus wird am 6. Dezember als Patron der Stadt gefeiert. Zwei feste Termine verbinden religiöse Traditionen mit dem Jahreskalender Varapodios.
Die „tabacchiere di Varapodio“ sind ampullenförmige Schnupftabakdosen aus umgedrehter, getrockneter Bergamottenschale. Sie werden nach einer Handwerkstechnik hergestellt, die Don Antonino De Masi von alten Bauern erlernte. BergArte in Varapodio bietet Schulen und organisierten Gruppen geführte Besichtigungen seines Labors an und vermittelt traditionelle sowie weiterentwickelte Techniken der Verarbeitung von Bergamottenschalen.
Orientierung für Ihre Reiseplanung
Bei der Wahl einer Unterkunft können Sie Varapodio nach Ihren eigenen Schwerpunkten einplanen: nach Ortsgeschichte und Architektur, nach den beiden Plätzen und ihren Festen oder nach der Bergamotte-Handwerksarbeit. So erhält Ihre Reiseplanung eine klare inhaltliche Richtung, bevor Sie passende Hotels oder andere Unterkünfte vergleichen.
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