Ferruzzano: Bergblicke, Küste und Spuren der Vergangenheit

Piazza mit Weitblick und Küste

Die Piazza della Memoria bietet einen 360-Grad-Blick auf die östlichen Aspromonte-Berge und die umliegenden Orte. La Marina, der Ortsteil von Ferruzzano, verbindet kristallklares Wasser mit einem breiten weißen Strand. Die Piazza della Memoria ist ohne Treppen erreichbar und bietet damit einen gut nachvollziehbaren Ausgangspunkt für die Orientierung vor Ort.

Kirchen und überlieferte Geschichte

Die kleine Kirche San Giuseppe an der Piazza della Memoria wurde nach dem Erdbeben von 1908 wiederaufgebaut. Die byzantinische Kapelle Santa Maria degli Armeni gilt als Zeugnis der armenischen Präsenz in der Region. Als kleines, pagodenähnliches Gotteshaus bietet sie den Blick auf die Fiumara di Bruzzano im Tal der Armenier.

Die Entstehung des Santuario della Madonna della Catena ist historisch nicht sicher überliefert. Der Überlieferung zufolge fanden Seeleute aus Bruzzano gemeinsam mit Seeleuten aus Ferruzzano eine Kiste mit einer schönen Alabasterstatue der Madonna. Das Santuario liegt weiter südlich und ist zwischen den Gemeinden Ferruzzano und Bruzzano umstritten.

Ferruzzano Vecchio und archäologische Spuren

Ferruzzano Vecchio ist ein verlassenes Dorf mit charakteristischen Gassen und alten Häusern. Der Ortsteil liegt auf einer etwa 500 Meter hohen Hügelkuppe; Aussichtspunkte befinden sich an der Piazza Belvedere und an den drei Calvari. In Contrada Judario befindet sich die als „Monoliti e Tomba a Seduta a Putridarium“ bezeichnete, in Sandstein gehauene Grabstätte. Sie ist ein Beispiel für antike Bestattungspraktiken.

Palmenti und die Weintradition

Im Gebiet von Ferruzzano sind etwa 160 in den Fels gehauene Palmenti erfasst. Diese Palmenti sind Weinpressen mit zwei miteinander verbundenen, höhenversetzten Becken, die zur Verarbeitung und Herstellung von Wein dienten. Der lokale Begriff verweist damit auf eine in den Fels eingeschriebene Form der Weinverarbeitung, die sich von gewöhnlichen landwirtschaftlichen Gebäuden deutlich unterscheidet.

Wälder, Felsen und Landschaft

Der Bosco di Rùdina ist wegen seiner reichen Biodiversität als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung anerkannt. Der Bosco Rudina ist ein 177 Hektar großes Waldgebiet, das von Steineichen und Farnetto-Eichen geprägt ist. Es liegt auf Höhen zwischen 200 und 400 Metern über dem Meeresspiegel und erstreckt sich zwischen dem Borgo di Ferruzzano und dem breiten Flussbett der Fiumara La Verde.

Das Vorgebirge Capo Bruzzano besitzt einen üppigen Kiefernwald und einen Aussichtspunkt über die Küste. Die Rocca Carruso ist eine markante Felsformation, von der aus die Küste bis nach Africo Nuovo sichtbar ist. So stehen in Ferruzzano unterschiedliche Landschaftsbilder nebeneinander: bewaldete Höhen, Felsformationen, Flussbett und Meer.

Wege und traditionelle Termine

Die Etappe 62 des Basilian Way durchquert das Tal der Armenier und führt über einen Abstecher nach Ferruzzano. Bei Saccuti, einem heute verlassenen Ortsteil von Ferruzzano, verläuft die Strata Cunsulari, eine gepflasterte Fernstraße aus der römischen Zeit. Das traditionelle Fest am Santuario della Madonna della Catena findet am ersten Sonntag im September statt.

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