Sant'andrea Apostolo Dello Ionio entdecken
Sant'Andrea Apostolo dello Ionio verbindet Küste, Höhenlagen, mittelalterliche Ortsgeschichte, religiöse Bauwerke und eine kulinarische Festtagstradition.
Zwischen Meeresspiegel und Höhenlage
Das Gebiet von Sant'Andrea Apostolo dello Ionio reicht vom Meeresspiegel bis auf 1.071 Meter Höhe. Zugleich verfügt Sant'Andrea Apostolo dello Ionio über vier Kilometer Küste. Wer seine Tage nicht ausschließlich am Meer verbringen möchte, findet damit einen Ort, an dem sich unterschiedliche Natur- und Kulturthemen nebeneinander betrachten lassen.
Im Gebiet des Torrente Alaca gibt es zwischen Buchen- und Kastanienwäldern mehrere kleine natürliche Wasserfälle. Der Bachlauf und die Wälder ergänzen die Küste um einen deutlich anderen Landschaftseindruck. Auch ein Strandabschnitt zwischen dem Fosso Cupido und dem Torrente Alaca besitzt eine besondere Bedeutung: Er wurde 2009 mit einer Landschaftsschutzauflage versehen, die seine landschaftliche und ökologische Bedeutung anerkannte.
Ein mittelalterlicher Ortskern und lange Geschichte
Das historische Zentrum von Sant'Andrea Apostolo dello Ionio ist ein gut erhaltenes mittelalterliches Dorf mit einem Gewirr enger Gassen und Sträßchen. Einige dieser Wege sind noch mit Granitplatten gepflastert. Die Ortschaft entstand zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert in der Nähe einer basilianischen Grangie.
Die Kirche San Nicola di Cammerota wurde im 11. oder 12. Jahrhundert auf dem Poggio di Condò errichtet, 200 Meter nördlich der Grangia. Sie verbindet byzantinische Architektur mit einer arabisch beeinflussten Polychromie, wie sie in klassischen Vorbildern Siziliens und Spaniens vorkommt. An den Ecken, am inneren Apsisbogen, an der Tür und an den Fenstern wechseln sich weißer Kalkstein und schwarzer Stein vulkanischen Ursprungs ab. Gerade diese Materialkontraste verleihen dem Bau eine präzise erkennbare architektonische Eigenart.
Das Convento delle Suore Riparatrici del Sacro Cuore befindet sich im Palazzo Scoppa. Der Palazzo war eine ehemalige Kartäuser-Grangie aus dem 12. Jahrhundert; im Inneren gibt es unter anderem eine prächtige Loggia mit sechzehn Granitsäulen. Ein weiteres markantes Bauwerk ist die Torre dell'Orologio. Der 18 Meter hohe Turm besitzt die Form eines dreieckigen Bastionsturms mit einem hohen, abgeschrägten Sockel, der von einem Wulst aus Granitstein abgeschlossen wird.
Kirchen, Fresken und materielle Kultur
Die Chiesa di Campo wurde beim verheerenden Erdbeben von 1783 zerstört und anschließend im 19. Jahrhundert mit neuen Gemälden und Restaurierungen wiederaufgebaut. Ihre byzantinischen Fresken zeigen unter anderem die Deesis, die Verkündigung und die Koimesis, also die Entschlafung der Gottesmutter.
Auch die Chiesa di Sant’Andrea trägt mit ihren dekorativen Elementen zur religiösen Kunstgeschichte des Ortes bei und verfügt am äußeren Zugang über eine Rampe, mit der sich die äußere Treppe barriereärmer überwinden lässt.
Das Museo della Memoria präsentiert die materielle Kultur des umliegenden Gebiets. Bei einer religiösen Zeremonie treffen in der Hauptstraße die von Mitgliedern der Bruderschaften getragenen Statuen des auferstandenen Jesus und der Madonna aufeinander.
Fiscottino und lokale Festtagstradition
Zum lokalen Charakter gehört auch Fiscottino. Dabei handelt es sich um ein knuspriges, ringförmiges Backprodukt mit Fenchelsamen, das traditionell mit den Festlichkeiten vor Hochzeiten verbunden war und gewöhnlich von hausgemachten Likören begleitet wird. Heute gilt Fiscottino weiterhin als Festtagsgericht. Hergestellt wird es aus Hartweizen- und Weichweizenmehl, hochwertigem nativem Olivenöl extra, Salz, Mutterhefe und duftenden Fenchelsamen.
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