Lagosanto zwischen Geschichte, Wasserbau und Comacchio
Unterkünfte in Lagosanto
Lagosanto liegt wenige Kilometer von Comacchio und seinen Valli entfernt. Der Ort verbindet eine wechselvolle Geschichte mit den Spuren der Entwässerung und Landgewinnung, die sein Gebiet tiefgreifend verändert haben. Aus dieser Entwicklung entstand ein landwirtschaftliches Zentrum.
Historische Spuren im Ortsbild
Die Ursprünge von Lagosanto gelten als unbekannt. Sie werden jedoch wahrscheinlich in vorrömischer Zeit und in Verbindung mit dem nahe gelegenen Spina gesehen. Das Zentrum entstand als Lago und wurde um das Jahr 1000 zu Lagosanto, weil dort der Benediktinermönch S. Appiano lebte und starb. Die Namensgeschichte führt damit von Lago zur heutigen Bezeichnung Lagosanto. Auch die heutige Pfarrkirche Santa Maria della Neve verweist auf die lange Entwicklung des Ortes: Ihr Bau wurde 1632 am Standort der früheren Kirche beschlossen, die Weihe erfolgte am 4. Januar 1644.
Im Torre dell’Orologio in Lagosanto befindet sich eine Dauerausstellung mit einem lokalen Herbarium. Damit steht neben der Kirchengeschichte auch die Pflanzenwelt des Ortes im Mittelpunkt. Eine weitere lokale Erinnerung betrifft den inzwischen verschwundenen fiocinino, eine Fischerfigur von Lagosanto. Dieser wurde mit dem Programm „Le giornate del fiocinino“ gewürdigt. Die Gemeinde Lagosanto führte die Antica Fiera d’Agosto in der Ausgabe 2025 als 451. Ausgabe. Für Kulturinteressierte verbinden sich damit historische, naturkundliche und wasserbauliche Themen.
Wasser, Kanäle und die Pumpstation von Marozzo
Die Geschichte von Lagosanto ist besonders eng mit der Veränderung seiner Wasserlandschaft verbunden. Bis in die 1970er Jahre durchquerte der Canale di Marozzo die Ortschaft. Er galt als möglicherweise ältester Verkehrsweg des Basso Ferrarese. Heute führt die historische Betrachtung weiter nach Marozzo di Lagosanto: Dort liegt die Pumpstation von Marozzo am Arm des Po di Volano.
Die historische Pumpstation war bis 1986 in Betrieb. Anschließend wurde in unmittelbarer Nähe eine neue moderne Pumpstation errichtet. Die Anlage ermöglichte die Trockenlegung von Valle Gallare und der umliegenden Gebiete und steht damit in direktem Zusammenhang mit jener Landgewinnung, die Lagosanto zu einem landwirtschaftlichen Zentrum machte. Im Bereich der Pumpstation befindet sich außerdem die Casa della memoria. Sie ist als erste museale Einrichtung im Rahmen eines umfassenderen Projekts zur vollständigen baulichen Wiederherstellung der ehemaligen Pumpstation vorgesehen, um diese einem Museum und Dokumentationszentrum zur mechanischen Trockenlegung zu widmen.
Aktivitäten für unterschiedliche Interessen
Eine konkrete Aktivität in Lagosanto ist das Bogenschießen bei der Compagnia Arcieri Laghesi. Sie lädt Interessierte ein, sich nach telefonischer Kontaktaufnahme im Bogenschießen zu versuchen. Das Bogenschießfeld steht erfahrenen Besuchern zur Verfügung, die in der Gegend Urlaub machen.
Weitere Reiseziele
Ca' Matte, Portomaggiore, Cona, Lido Delle Nazioni, Argenta, Lido Di Volano, Stellata, Malborghetto di Boara
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Ferrara.