Villanova entdecken: Archäologie, Oratorien und Ortsgeschichte
Unterkünfte in Villanova
Villanova verbindet archäologische Themen, sakrale Kunst und eine Ortsgeschichte, die bis in das Mittelalter zurückreicht. Im Mittelpunkt steht das MUV mit seiner Rekonstruktion von Marano; zugleich führen Oratorien, eine historische Kirche, die Villa Gozzadini und eine umfangreiche Motorradsammlung zu unterschiedlichen Facetten des Ortes. Für Sie entsteht daraus ein Kulturziel, das sich über konkrete Schauplätze und ihre jeweiligen Geschichten erschließt.
Archäologie im MUV
Das MUV ist im ehemaligen Heuschober des ländlichen Komplexes Casa Sant’Anna in Villanova di Castenaso untergebracht. Es präsentiert eine Rekonstruktion der monumentalen Nekropole von Marano aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. Diese Rekonstruktion umfasst acht Grabstelen aus Sandstein und Kalkstein, darunter die Stele delle Spade. Ergänzt wird sie von Grabbeigaben aus aristokratischen Gräbern, sodass neben der Anlage selbst auch einzelne Grabzusammenhänge zum Thema werden.
Der Ort des MUV steht außerdem mit der Forschungsgeschichte der Villanova-Kultur in Verbindung. Hier identifizierte der Archäologe Giovanni Gozzadini zwischen 1853 und 1856 die Spuren einer damals in Italien noch unbekannten vorgeschichtlichen Kultur, die später als villanovianisch bezeichnet wurde. Das MUV vermittelt das Leben und die Riten dieser Kultur mit Tönen, Videoinstallationen und interaktiven Stationen. Führungen sowie pädagogische und spielerische Workshops für Schulgruppen und Familien erweitern diesen Zugang.
Oratorien und Spuren der Ortsgeschichte
Das private Oratorio di Santa Croce di Villanova ist eine Kapelle aus dem späten 18. Jahrhundert. Sein Innenraum ist reich mit Statuen und Stuck verziert. Nach der Restaurierung wurde das Oratorio am 11. Mai 2025 offiziell wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.
Das Oratorio di S. Croce (Oratorio del Nibbio) reicht in seiner Geschichte mindestens bis ins Jahr 1647 zurück. In seinem Inneren befindet sich ein wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert stammendes Relief der Heiligen Familie mit der heiligen Anna. Ein weiterer historischer Bezugspunkt ist die Chiesa di S. Ambrogio di Villanova, die in einer Landurkunde aus dem Jahr 1141 belegt ist. Das frühere Kirchengebäude wurde 1793 bis auf die Grundmauern abgetragen und erweitert.
Motorräder und Villa Gozzadini
Mit dem Museo Moto Poggi COMP kommt ein anderer Interessenschwerpunkt hinzu. Das Museum umfasst historische Erinnerungsstücke sowie Yamaha-Motorräder, die mit Rossi, Checa, Biaggi und Gary McCoy verbunden sind. Dazu gehören mehr als 60 Yamaha-Rennmotorräder. Die Sammlung setzt damit einen deutlichen Kontrast zu den vorgeschichtlichen und sakralen Themen rund um das MUV und die Oratorien.
Auch die Villa Gozzadini führt in die Geschichte des Ortes. Sie wurde im 16. Jahrhundert von der gleichnamigen Bologneser Senatorenfamilie erbaut und steht mit dem Archäologen Giovanni Gozzadini in Verbindung. Zusammen mit dem MUV entsteht so ein nachvollziehbarer historischer Bogen zwischen einem konkreten Gebäude, der archäologischen Forschung und den Funden von Marano.
Anreise per Bahn oder Rad
Von Bolognas Stazione Centrale fahren Sie mit der Vorortbahn in Richtung Porto Maggiore bis zur Haltestelle Villanova-Ca’ dell’Orbo. Anschließend gehen Sie etwa 15 Minuten zu Fuß. Diese Verbindung beschreibt eine Anreise, bei der der letzte Abschnitt zu Fuß zurückgelegt wird.
Für eine Anfahrt mit dem Fahrrad führt die Route von Castenaso nach Villanova und zurück über den Radweg an der Ostseite der Via Villanova zum Centro sociale Casa Sant’Anna und zum angeschlossenen MUV. Damit sind sowohl eine Bahnverbindung ab Bologna als auch eine dokumentierte Radroute aus Castenaso mit dem Besuch des archäologischen Museums verknüpft.
Weitere Orte für Ihre Reiseplanung
Wenn Sie Ihre Reise über Villanova hinaus planen, können Sie auch Rioveggio, San Vincenzo, Ponte della Venturina, Bentivoglio, Casette di Funo, Rastignano-Carteria Di Sesto, Pioppe und Ozzano Dell Emilia betrachten.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bologna.