San Marco in Lamis zwischen Pilgertradition und Karstlandschaft

File:Difesa, San Marco in Lamis - panoramio.jpg File:Difesa, San Marco in Lamis - panoramio.jpg Foto: giovanni zagaria via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

San Marco in Lamis zwischen Pilgertradition und Karst

San Marco in Lamis verbindet Pilgertradition, sakrale Baugeschichte und markante Karstformen.

Der Arco di San Marco ist ein öffentliches Denkmal an der Piazza Europa. Er ist dem religiösen Kult und der Pilgertradition an diesem Ort gewidmet und steht am Treffpunkt der Wege, die zum ehemaligen Kloster Santa Maria di Stignano und zum Kloster San Matteo führen; der Bogen symbolisiert die Pilgerschaft auf der Via Sacra Langobardorum–Via Francigena.

Klöster und Ortsgeschichte

Das Convento di San Matteo wurde zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert von Benediktinern auf einem bereits bestehenden Hospiz errichtet. Das Convento di Santa Maria di Stignano liegt an der antiken Via Francigena del Sud in Richtung Monte Sant’Angelo; im 17. Jahrhundert wurden dort Kirche und Glockenturm fertiggestellt.

Das Centro storico di San Marco in Lamis liegt im Tal des Torrente Jana, im Gebiet Padula oder Padule, wo vermutlich die ursprüngliche Besiedlung des Ortes begann. Die Chiesa Madre ist der Annunziata geweiht, wurde im 18. Jahrhundert erbaut und besitzt einen dreischiffigen Grundriss mit Tonnengewölben. Der dreischiffige Grundriss gliedert den Kirchenraum; die Tonnengewölbe bilden die gewölbte Decke.

Borgo Celano und die Dinosaurierspuren

Das Museo Paleontologico Borgo Celano befindet sich in Borgo Celano, einem Ortsteil von San Marco in Lamis. Nahe dem Besucherzentrum verfügt es über einen Außenbereich mit zahlreichen Dinosaurierrekonstruktionen und erläuternden Schautafeln.

In einem Steinbruch nahe Borgo Celano wurden etwa zehn Dinosaurierspuren entdeckt. Die meisten sind ungefähr 15 bis 40 Zentimeter lang und werden hauptsächlich mittelgroßen bis großen zweibeinigen Theropoden zugeschrieben.

Karstformen und Landschaftsbezeichnungen

Die Grave di Zazzano liegt auf der Karsthochfläche von San Marco in Lamis, einem Gebiet mit ausgeprägten oberirdischen Karsterscheinungen und zahlreichen Dolinen. Unterhalb einer breiten, trichterförmigen Felsöffnung führt die Grave di Zazzano etwa 95 Meter in die Tiefe.

Der in San Marco in Lamis beginnende Abschnitt des Valle Carbonara trägt den Namen Vallone di Stignano.

Religiöse Tradition am Karfreitag

Die traditionelle Processione delle Fracchie findet am Karfreitag statt. Dabei dienen die Fracchie als Fackeln, die den Weg der Schmerzensmutter Maria in das Stadtzentrum beleuchten.

San Marco in Lamis an der Via Francigena

Die Via-Francigena-Route von Troia nach Monte Sant’Angelo ist etwa 110 Kilometer lang. Sie führt über Lucera, San Severo, San Marco in Lamis und San Giovanni Rotondo. In der Reihenfolge der Route folgt auf San Severo San Marco in Lamis, danach San Giovanni Rotondo; Troia und Monte Sant’Angelo bilden die beiden Endpunkte. Für die Planung der Strecke zwischen Troia, San Marco in Lamis und Monte Sant’Angelo zählen daher sowohl die Distanz als auch die Reihenfolge der Orte.

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