Monte Sant’Angelo: Heiligtum, Pilgerwege und stille Natur
Ein Heiligtum zwischen Höhle und Geschichte
Monte Sant’Angelo verbindet religiöse Geschichte, mittelalterliche Bauwerke, enge Altstadtgassen und Naturthemen. Im Mittelpunkt steht das Heiligtum San Michele Arcangelo. Es gehört seit dem 25. Juni 2011 als Bestandteil der seriellen Welterbestätte „Die Langobarden in Italien – Orte der Macht (568–774 n. Chr.)“ zum UNESCO-Welterbe. Das Heiligtum besteht aus einer natürlichen Höhle und aus Gebäuden, die in aufeinanderfolgenden Epochen hinzugefügt wurden.
Die zentrale Höhle enthält den Hauptaltar und eine Statue des heiligen Michael aus Carrara-Marmor. In den langobardischen Krypten des Heiligtums sind Inschriften der Herzöge von Benevent erhalten. Die heilige Höhle war im Mittelalter außerdem Teil des geistlichen Buß- und Erlösungswegs „Homo, Angelus, Deus“.
Auch außerhalb der Höhle setzt sich dieser historische Schwerpunkt fort. Die zeitgenössische Installation „Il Terzo Paradiso: Intrecci d’Oro“ von Michelangelo Pistoletto befindet sich im Baptisterium San Giovanni in Tumba, das auch „Tomba di Rotari“ heißt. Zu den historischen Bauwerken von Monte Sant’Angelo gehört außerdem eine normannische Burg, die als Residenz Friedrichs II. bezeichnet wird. Die Kirche Santa Maria Maggiore besitzt einen wertvollen Freskenzyklus aus dem 13. Jahrhundert. Im Viertel Junno prägen enge Gassen und dicht aneinandergereihte Häuser mit weißen Fassaden das Ortsbild.
Pilgerwege und besondere Wege
Die Via dei Pellegrini ist ein 40 Kilometer langer Wanderweg von Vieste nach Monte Sant’Angelo und kann das ganze Jahr über begangen werden. Einen weiteren religiösen Bezug bildet die Einsiedelei des heiligen Johannes des Abtes: Sie erreicht man über einen Weg, der von der Ebene zum Hügel von Pulsano hinaufführt.
Beim Fest der Madonna di Pulsano am 8. September ziehen Gläubige von Monte Sant’Angelo auf Maultieren zur Abtei von Pulsano.
Wald, Naturkunde und praktische Orientierung
Das staatliche biogenetische Naturreservat Falascone umfasst 48 Hektar reifen gemischten Laubwald. Die Buche dominiert, außerdem kommen dort seltene Eiben vor. Der Besuch des Reservats Falascone kann nur zu wissenschaftlichen Forschungszwecken genehmigt werden; entlang seines Zauns kann man jedoch an der asphaltierten Straße von Umbra nach Monte Sant’Angelo spazieren.
Ergänzend vermittelt das Museo Naturalistico della Foresta Umbra Bereiche zur Flora des Gargano, zur Archäologie des Gargano und zur Fauna. Der Außenbereich zeigt die Arbeit der Holzfäller und Köhler des Gargano, darunter ein Holzfällerhaus und einen Kohlenmeiler. Im Besucherzentrum der Foresta Umbra sind Wanderkarten und Informationsmaterial des Nationalparks Gargano erhältlich; außerdem werden Mountainbikes vermietet.
Auch die lokale Küche gehört zur Erkundung von Monte Sant’Angelo. In den Bäckereien des Ortes können Sie Ostie ripiene kosten, mit Mandeln und Honig gefüllte Süßigkeiten.
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