Cocullo: mittelalterliches Erbe und der Ritus der Serpari
Unterkünfte in Cocullo
Cocullo zwischen Geschichte und gelebter Tradition
Cocullo verbindet eine mittelalterlich geprägte Ortsgeschichte mit einem außergewöhnlichen religiösen Brauch. Die mittelalterliche Siedlung von Cocullo wurde im 12. Jahrhundert befestigt. Zugleich liegt der Ort im Tal des Rio Pezzana, eines Nebenflusses des Sagittario. Ein im Gebiet von Cocullo entdecktes Gräberfeld belegt die Ursprünge der Gegend in vorrömischer Zeit.
Historisches Zentrum und Kirchenkunst
Im Rione San Nicola umfasst Cocullo einen der ältesten und am besten erhaltenen Bereiche seines historischen Zentrums. Im oberen Ortsbereich steht ein mittelalterlicher Turm, der ursprünglich als Beobachtungsturm diente und später zum Glockenturm der Kirche San Nicola umgebaut wurde. Die Kirche San Nicola stammt aus dem 12. Jahrhundert.
Auch Santa Maria delle Grazie führt verschiedene Epochen der Ortsgeschichte zusammen. Ihre Fassade ist mit einer Rosette geschmückt. Seit 2009 beherbergt die Kirche die Statue des heiligen Domenico di Sora. Außerdem besitzt Santa Maria delle Grazie Fresken aus dem 16. Jahrhundert, die die Kreuzabnahme und die Kreuzigung darstellen. Im Centro Studi e Documentazione Regionale per le Tradizioni Popolari ist seit 2004 eine multimediale Ausstellung zu den verschiedenen Phasen des Ritus der Serpari eingerichtet.
Die Festa dei Serpari im Mai
Die Festa dei Serpari findet jedes Jahr im Mai statt und prägt den besonderen Charakter von Cocullo. Am 1. Mai startet in Cocullo die Prozession zum Fest des heiligen Domenico Abate mit dem Ritus der Serpari. Bei der Festa dei Serpari wird die mit Schlangen bedeckte Statue des heiligen Domenico in einer Prozession getragen.
Der Brauch beginnt bereits früher im Jahreslauf: Im Umfeld von Cocullo beginnen die Serpari am 19. März, örtliche Schlangen zu fangen, sie unschädlich zu machen und sie während der Prozession auszustellen. Die Feierlichkeiten zum Patronatsfest am 1. Mai finden in Santa Maria delle Grazie statt, weil das Heiligtum weiterhin beschädigt ist. Während des Festes San Domenico tragen zwei kostümierte Frauen Körbe mit fünf Ciambellati, ringförmigen Broten, die mit farbigen Zuckerstreuseln verziert sind.
Naturraum und Wanderungen
In der Umgebung von Cocullo liegt in der Gemeinde Anversa degli Abruzzi die Oasi Gole del Sagittario. Sie ist Regionales Naturschutzgebiet und Besonderes Schutzgebiet (IT7110099). In derselben Gemeinde organisiert die Oasi Gole del Sagittario kostenpflichtige Wanderungen auf ihren Wegen mit Bergwanderführern nach vorheriger Reservierung. Damit stehen neben den Kirchen, dem historischen Zentrum und dem Festgeschehen auch naturbezogene Unternehmungen als unterschiedliche Schwerpunkte für Ihre Reiseplanung zur Verfügung.
Anreise und Wahl des Aufenthaltsorts
Von Rom aus erreichen Sie Cocullo über die Autobahn A25 Rom–Pescara. An der Ausfahrt Cocullo fahren Sie anschließend über die Via San Maria in Campo weiter in Richtung Cocullo. Der Bahnhof von Cocullo liegt etwa 2 km vom Ortszentrum entfernt. Bei der Wahl Ihrer Unterkunft sollten Sie deshalb unterscheiden, ob Sie Ihren Aufenthalt vor allem auf das historische Zentrum, die Anreise per Bahn, das Fest oder Wanderungen in der Gemeinde Anversa degli Abruzzi ausrichten möchten. So bleiben Ortsbesichtigungen, religiöse Traditionen und Naturerlebnisse klar voneinander getrennte Bestandteile Ihrer Planung.
Weitere Orte in der Umgebung
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