Vicenza: Palladio, Museen und Natur im Veneto
Unterkünfte in Vicenza
Vicenza und Palladios Stadtbild
Wenn Sie in Italien Architektur und Stadtgeschichte miteinander verbinden möchten, zeigt Vicenza eine ungewöhnlich dichte Folge bedeutender Orte. Die Stadt Vicenza und die Palladianischen Villen des Veneto bilden eine serielle UNESCO-Welterbestätte. Sie umfasst Vicenza und 24 über das Veneto verstreute Palladianische Villen. Vicenza bewahrt zahlreiche Originalbauten Palladios und gilt dadurch als einzigartig erhaltenes Beispiel eines umfassenden humanistischen Konzepts, das auf einer lebendigen Interpretation der Antike beruht. Die Palladio-Paläste wurden in das mittelalterliche Stadtgefüge integriert. So entstanden malerische Ensembles und durchgehende Straßenfassaden, in denen sich venezianische Gotik mit Palladios gegliedertem Klassizismus verbindet.
File:Retrone and clock tower of Basilica Palladiana. Vicenza, Italy.jpg
Foto: Ввласенко via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Paläste, Plätze und Museen
Auf dem Gebiet der Basilica Palladiana befand sich das „Palatium vetus“, der erste Sitz der Stadtverwaltung von Vicenza und des Magistrats. Die Basilica selbst ist für ihre von Andrea Palladio entworfene Serliana-Loggia bekannt, die den mittelalterlichen Palazzo della Ragione umschließt. Seit 1994 gehört sie zum UNESCO-Welterbe von Vicenza. Ihre Terrasse liegt im zweiten Obergeschoss des monumentalen Renaissancebauwerks und bietet einen 360-Grad-Blick über die gesamte Altstadt, die mittelalterlichen Dächer, die darunterliegende Piazza dei Signori und das natürliche Profil der Colli Berici.
Das Teatro Olimpico war Andrea Palladios letztes Werk und ist das älteste überdachte Theater der Welt. Die Accademia Olimpica gab es im Februar 1580 in Auftrag. Fünf Jahre später wurde es fertiggestellt und am 3. März 1585 mit einer Aufführung von Sophokles’ „König Ödipus“ feierlich eingeweiht. Palazzo Chiericati wurde 1550 von Andrea Palladio für Girolamo Chiericati entworfen und ist seit 1855 der historische Sitz des Museo Civico von Vicenza. Das Museum bewahrt und zeigt mehr als 35.000 Werke aus Malerei, Skulptur, Grafik und angewandter Kunst aus dem 13. bis zum 20. Jahrhundert.
In der Basilica Palladiana befindet sich außerdem das Museo del Gioiello, ein dauerhaftes Museum mit einer Fläche von 410 Quadratmetern. Es war das erste ausschließlich dem Schmuck gewidmete Museum in Italien und gehört weltweit zu den wenigen Museen dieser Art. Die Ausstellung „GIOIELLO – ITALIA“ 2025–2027 umfasst sechs Säle und elf thematische Bereiche. Ihre chronologische Entwicklung reicht vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 21. Jahrhundert.
Weitere Bauwerke mit eigener Geschichte
Die Palazzina und die Foresteria der Villa Valmarana ai Nani sind mit Fresken der Tiepolo-Künstler ausgestattet. Die Villa Almerico Capra Valmarana („La Rotonda“) besitzt einen zentralen Grundriss auf quadratischem Grund, vier gleiche Fassaden mit sechssäuligen Pronaoi und Freitreppen sowie eine zentrale Kuppel. Zu den kulturell besonders interessanten Bereichen zählen der Garten rund um die Villa, die Freitreppen und die Pronaoi der Fassaden.
Auch Santa Maria di Monte Berico verbindet Baugeschichte und religiöse Tradition. Das Heiligtum entstand infolge zweier Marienerscheinungen am 7. März 1426 und am 1. August 1428 auf dem Hügel südlich der Stadt Vicenza. Von Anfang an war es ein Ziel von Pilgerreisen. Andrea Palladio erweiterte das Heiligtum 1578 um ein großes quadratisches Kirchenschiff. Das Museo d’arte sacra di Monte Berico bewahrt und erschließt Tausende Zeugnisse der volkstümlichen Frömmigkeit aus Vicenza sowie aus dem Veneto und der Lombardei, die vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichen. Es ist in sechs thematische Bereiche gegliedert: die Geschichte des Heiligtums, liturgische Ausstattung, die Verehrung der Addolorata, Votivgaben und andere Schenkungen, die Ikonografie des Servitenordens sowie einen Bestand postbyzantinischer Ikonen. Im gotischen Inneren der Chiesa di Santa Corona befinden sich Giovanni Bellinis „Taufe Christi“ und Paolo Veroneses „Anbetung der Könige“.
Natur, Wege und praktische Orientierung
Die naturkundliche Abteilung des Museo Naturalistico-Archeologico erläutert die Umweltmerkmale des Gebiets, insbesondere der Colli Berici, einschließlich dort vorkommender endemischer Pflanzen- und Tierarten. Die archäologische Abteilung bewahrt Zeugnisse der alten Geschichte des Gebiets von Vicenza von der Vorgeschichte bis zur Zeit der Langobarden und stellt sie aus. Der Parco Querini wird von den Ufern des Flusses Bacchiglione, dem Nebenfluss Astichello und einem Abschnitt der venezianischen Stadtmauer entlang der Viale Rodolfi umgeben. Zum Park gehören ein Teich um eine von einem kleinen Tempel gekrönte Insel, ein Wäldchen und ein Fitnesspfad.
Im Parco della Pace können unter anderem Reiher, Seidenreiher, Rehe, Frösche und Fische beobachtet werden. Fünf Zugänge für Fußgänger und Radfahrer sind über das städtische Radwegenetz gut erreichbar. Das Palladio Museum liegt zehn Gehminuten vom Bahnhof Vicenza entfernt. Freitags, samstags und sonntags können Besucher vom Parkplatz in der Via della Rotonda durch den Bosco gehen und ihren Besuch in der Foresteria und der Palazzina fortsetzen. Für die Strecke vom historischen Zentrum zum Monte Berico gibt es eine empfohlene GPX-Wanderung.
Bei der Wahl eines Hotels in Vicenza können Sie diese Schwerpunkte gegeneinander abwägen: Palladio-Bauten und Museen, Monte Berico oder die grünen Parkanlagen. Die Vicenza Gold Card ist ab Ausstellung zwölf Tage gültig und erlaubt einen Besuch pro teilnehmendem Standort.
Weitere Ziele für Ihre Reiseplanung
Wenn Sie neben Vicenza weitere Ziele berücksichtigen möchten, finden Sie hier Zané, Lumignano, Quinto Vicentino, Mason Vicentino, Villaga, Valstagna, Tonezza Del Cimone und Campiglia Dei Berici.
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