Velo Veronese: Karst, Geschichte und Lessinia-Routen

File:DAE presso Velo Veronese.jpg File:DAE presso Velo Veronese.jpg Foto: Vrmap via Wikimedia Commons, CC0

Velo Veronese gilt als Balkon über der Veroneser Ebene. Der Ort verbindet eine markante Karstlandschaft mit historischen Spuren, regionaler Kultur und Routen, die durch die Lessinia führen. Wer eine Reise zwischen Natur, Erdgeschichte und alten Wegen plant, findet hier unterschiedliche Anknüpfungspunkte – von der Höhle bis zur ehemaligen Transhumanzroute.

Karstlandschaft und Überlieferungen

Die Covoli di Velo Veronese sind innerhalb des Regionalen Naturparks Lessinia als orientiertes Naturschutzgebiet klassifiziert. Der Covolo di Camposilvano gilt als größte Karsthöhle der Venetischen Voralpen. Seine Geschichte reicht weit zurück: Er wurde bereits vor mindestens 50.000 bis 70.000 Jahren als Zufluchtsort genutzt und diente auch in römischer Zeit der natürlichen Aufbewahrung von Lebensmitteln. Im Valle delle Sfingi steht ein pilzförmiger Felsen, der der lokalen Überlieferung zufolge mit einem Oger und den als „fade“ bezeichneten Feenwesen in Verbindung steht.

Routen durch die Lessinia

Der Sentiero Nr. 253 „La Via Cara“ folgt über weite Strecken dem oberen Abschnitt der Via Cara. Diese alte Transhumanzroute verband einst die Ebene mit den Weiden der Conca dei Pàrpari. Eine andere Wegverbindung ist die Route Legend Run: Sie beginnt auf dem Platz von Velo Veronese, führt zum Gipfel des Monte Purga und ist vollständig ausgeschildert.

Die CAI-Route Nr. 252 „Dorsale bassa della Lessinia“ führt vom Museo di Bolca über Velo Veronese in Richtung Ponte di Veja und ist etwa 37,4 Kilometer lang. Sie verläuft durch Wälder, Wiesen und Contrade von Bolca in Richtung Peri; Velo Veronese liegt auf der Strecke. Für das Mountainbike führt die Route „In mtb da Camposilvano alle steli di confine con il Regno del Tirolo“ durch die Hochweiden der Lessinia zu steinernen Grenzstelen zwischen der ehemaligen Republik Venedig und dem Königreich Tirol. Ihr Verlauf umfasst Velo Veronese, Roverè Veronese und Bosco Chiesanuova.

Monte Purga und zimbrische Geschichte

Auf dem Monte Purga befinden sich die Überreste einer prähistorischen Wallburg und einer römischen Befestigungsanlage. Velo Veronese war einst die Hauptstadt der 13 zimbrischen Gemeinden. Zur örtlichen Kultur gehört außerdem die Festa del Monte Purga, die als traditionelles lokales Fest gilt.

Die Route „Velo Veronese – I tesori di Azzarino“ führt durch Azzarino, eine ehemalige zimbrische Gemeinde. Deren Contrade, steinerne Stelen, Sonnenuhren und Fresken bewahren lokale Geschichten. Im Ortsbild erinnert zudem das Monumento ai Caduti di Velo Veronese an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs; das Denkmal wurde am 18. Juni 1922 eingeweiht.

Fossilien und der Covolo di Camposilvano

Das Museo Geopaleontologico di Camposilvano zeigt Fossilien aus der Lessinia und darüber hinaus in einer Ausstellung zur Entwicklung des Lebens durch die verschiedenen geologischen Zeitalter. Die Ausstellung beginnt mit einer umfangreichen Ammonitensammlung. Zu sehen sind außerdem Überreste von Meeresreptilien, Dinosaurierspuren und das vollständige Skelett eines Höhlenbären, das aufrecht mehr als drei Meter hoch ist.

Ein etwa 500 Meter langer Treppenweg beginnt am Museo Geopaleontologico di Camposilvano und führt zum Covolo-Amphitheater. Von dessen Aussichtsbalkon aus ist der Höhleneingang zu sehen. Das Museum erreichen Sie mit dem Auto über die Via Covolo; direkt davor besteht eine Parkmöglichkeit. Wenn Sie Ihre Unterkunft in Velo Veronese auswählen, können Sie den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts an den Karstformen, den historischen Routen oder dem geologischen Museum ausrichten.

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