Nassar an der Etsch: Alzaia, Geschichte und Valpolicella
Nassar liegt im Gemeindegebiet von San Pietro in Cariano und umfasst ein Gebiet unmittelbar an der Etsch, das dort als einziges seiner Art gilt.
Etschweg und Sentiero dell'Alzaia
Die Route entlang der Etsch beginnt an der Eisenbahnbrücke von Parona und erreicht bei Nassar die Gemeinde San Pietro in Cariano. Sie kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd zurückgelegt werden. Der Sentiero dell'Alzaia erreicht nach dem Eintritt in die Gemeinde den alten Mulino Nassar. Im Verlauf der Alzaia ist Nassar als Ort von ökologischem Interesse ausgewiesen. Grundsätzlich ist der Sentiero ganzjährig begehbar; bei Regen können der sandige Untergrund und bei Hochwasser der Etsch den Weg jedoch unpassierbar machen.
Radwege und Landschaft des Valpolicella
Auch das regionale Radwegenetz in Valpolicella und Valdadige trägt historische Züge: Es folgt teilweise den Trassen ehemaliger römischer Straßen, während eine Hauptachse entlang der Via Claudia Augusta Padana verläuft. Die Radwege führen durch überwiegend landwirtschaftlich geprägte Landschaften. Im unteren Valpolicella dominiert der Weinbau, in höheren Lagen der Anbau von Kirschen und Oliven. So verändert sich das Landschaftsbild mit der Höhenlage und eröffnet unterschiedliche Eindrücke für Radtouren im regionalen Umfeld.
Kirchen, Villen und historische Spuren
Im Gemeindegebiet von San Pietro in Cariano wurde die Pieve di San Floriano erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 905 erwähnt. Die Pieve ist eine romanische Kirche, in deren Bauwerk umfangreiche Fragmente römischer Bauwerke integriert sind. In Santa Sofia liegt die Villa Serego an der alten Straße von Parona nach Pedemonte; Andrea Palladio entwarf sie im 16. Jahrhundert. Die an die Villa angebaute Kapelle enthält Fresken vom Beginn des 14. Jahrhunderts.
Der Nassar-Abschnitt der Alzaia umfasst die aus dem 15. Jahrhundert stammende Kirche Sant’Antonio Abate, die neben dem Hochaltar zwei Freskenfragmente bewahrt. Zum Abschnitt gehören außerdem Tafeln, die die bei den Hochwassern von 1719 und 1882 erreichten Pegelstände der Etsch festhalten. Die Villa Morando trägt auch den Namen La Colombina und liegt am Ufer der Etsch in Nassar-Settimo.
Auch die Villa Mosconi trägt den Namen Villa Mirandola; sie wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. Auf dem zur Villa Mirandola gehörenden Gelände wurde Anfang des 19. Jahrhunderts ein heidnischer, mit Putten und Opfergeräten verzierter Altar gefunden. Heute befindet er sich in zwei Teilen zu beiden Seiten des Eingangs an der Fassade der an die Villa angebauten San-Giuseppe-Kapelle. Nassar bewahrt außerdem alte Gebäude mit interessanten architektonischen Elementen und war einst Standort eines Hospizes für Reisende. Am alten Mulino Nassar führen Brücken über Zu- und Ablaufkanäle; diese trieben einst die Mechanik der Mühle an.
Weine aus dem Valpolicella
Zum Weinangebot im Valpolicella-Kontext von San Pietro in Cariano gehören Valpolicella, Amarone, Recioto und Ripasso. Der regionale Weinbezug ergänzt die historischen und landschaftlichen Themen, die Nassar und sein Umfeld prägen.
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