Tignes: Kirche, Kunst und lokale Geschichte
Unterkünfte in Tignes
Tignes verbindet kirchliche Kunst, lokale Erinnerung und die Geschichte gemeinschaftlicher Landwirtschaft. 1662 gehörte Tignes zu den 19 Dörfern oder lokalen Bezirken des damaligen Comune d’Alpago.
Die Pfarrkirche von Tignes
Die Pfarrkirche von Tignes ist dem heiligen Martin geweiht. Die Geschichte der ersten Kirche in Tignes reicht bis in die frühen 1500er-Jahre zurück. Nach der Zerstörung des Vorgängerbaus durch ein Erdbeben wurde die Kirche ab 1609 wiederaufgebaut. Beim Wiederaufbau trennte man sie vom Glockenturm; der Turm selbst ist eine verkleinerte Kopie des Glockenturms von Pieve. Die wiederaufgebaute Kirche erhielt außerdem eine neue Ausrichtung. Nach dem Erdbeben von 1936 kam eine Apsis hinzu. Die Baugeschichte verbindet dabei Erdbebenschäden, Wiederaufbau und spätere Ergänzung mit der sakralen Ausstattung.
In dieser Apsis befindet sich weiterhin der einzige Altar aus bearbeitetem und bemaltem Stein. Die Kirche beherbergt außerdem ein Altarbild aus dem 17. Jahrhundert: Es zeigt die thronende Madonna zwischen dem heiligen Martin und dem heiligen Antonius dem Großen. Das Bild ist nicht signiert und wird dem Anonimo Veneto zugeschrieben. In der Kirche befindet sich außerdem ein Bild der von Engeln umgebenen Madonna aus dem 17. oder frühen 18. Jahrhundert; der Künstler ist unbekannt.
Über der Seitentür steht eine Reiterstatue des heiligen Martin aus dem Jahr 1800. In der gegenüberliegenden Nische befindet sich eine steinerne Statue des heiligen Johannes Nepomuk.
Pieretto Bianco und die Erinnerungen des Ortes
Ferdinando Bortoluzzi, der Vater von Pieretto Bianco, stammte aus Tignes. Während eines kurzen Urlaubs in Tignes schuf Pieretto Bianco Fresken im Salon und in weiteren Räumen des neuen Hauses von Celeste D’Alpaos. Im Sommer 2025 wurde am Vaterhaus von Pieretto Bianco in Tignes eine Gedenktafel enthüllt. Der Künstlerbezug reicht in Tignes von Fresken und einem Porträt bis zur Gedenktafel am Vaterhaus.
Auch die Dorfmolkerei ist mit seiner Arbeit verbunden: An ihrer Fassade malte Pieretto Bianco eine Kuh; Ende der 1970er-Jahre war das Fresko noch sichtbar. Sein erstes Gemälde „Vecchio suonatore“ war ein Porträt von Bortolo Schizzi beim Geigenspiel und hat ebenfalls einen Bezug zu Tignes. An der Molkereifassade berühren sich so Malerei und gemeinschaftliche Milchverarbeitung.
Molkereigeschichte und Radroute
Die soziale Molkerei von Tignes wurde 1884 gegründet und gehörte zu den ersten im Raum Belluno. 1932 hatte die Molkerei von Tignes 70 Mitglieder, etwa 85 Kühe und verarbeitete 1.600 Zentner Milch.
Die Hauptstraße von Tignes trägt den Namen Pieretto Bianco. Tignes ist auf der offiziellen Valbelluna-Bike-Karte mit dem Rundkurs Anello della Val Belluna verbunden. Für die Reiseplanung ergänzt der Rundkurs die kulturellen Themen um einen konkreten regionalen Radbezug.
Weitere Orte für Ihre Reiseplanung: Longarone, Misurina, Pian del Cansiglio, Caviola, Danta, Salzen, Calalzo Di Cadore und San Pietro di Cadore.
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