Poggio: Mittelalterliches Ortsbild und Wege durch die Natur
Poggio bewahrt die für ein mittelalterliches Dorf charakteristische Gliederung seiner Räume. Auf der Piazza Umberto I steht ein Obelisk von Giò Pomodoro. Die Chiesa di San Niccolò verbindet die Funktionen einer Kirche und einer Festung; an den Seiten der Fassade stehen zwei Bastionen. Die Chiesa di San Defendente befindet sich in Poggio, wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut und 1876 renoviert. Schon auf engem Raum begegnen Ihnen damit ein geschlossenes historisches Ortsbild, öffentliche Kunst und Sakralbauten mit unterschiedlicher Geschichte. Zwischen Erbauung und Renovierung von San Defendente liegen mehrere Jahrhunderte.
Wanderwege mit unterschiedlichen Zeitrahmen
Der Rundweg über die Sentieri Elba Nr. 181 und 180, die Provinzialstraße Nr. 25 sowie den Sentiero Elba Nr. 157 verbindet Marciana Marina, Poggio und Marciana. Für die gesamte Strecke ist eine Dauer von etwa 4 Stunden und 30 Minuten angegeben. Eine zweite Verbindung bildet die GTE-Etappe 3: Sie führt von Procchio nach Poggio, ist 11,84 km lang und hat eine durchschnittliche Gehzeit von 5 Stunden. Für die Tagesplanung stehen dabei zwei unterschiedliche Zeit- und Streckenformate nebeneinander: eine etwa viereinhalbstündige Runde über drei Orte und eine 11,84 Kilometer lange Etappe mit fünf Stunden durchschnittlicher Gehzeit.
Steineichen, Macchia und wiederaufgeforsteter Kiefernwald
Der Verlauf der Sentieri Elba Nr. 181 und 180 führt durch Steineichenwälder mit Quercus ilex und durch hohe Macchia. Dort liegt der Schwerpunkt auf Alaterno, botanisch Rhamnus alaternus, sowie auf Ginster, botanisch Spartium junceum. Hinzu kommen Erico-Arbuteten mit Erica arborea und Erdbeerbaum, Arbutus unedo, sowie ein künstlich angelegter Kiefernwald aus Wiederaufforstungen. Der Weg steht damit für eine Landschaft, in der verschiedene Wald- und Vegetationsformen unmittelbar aufeinanderfolgen. Naturkundlich Interessierte begegnen hier einer Kombination aus Baum- und Strauchvegetation sowie einem künstlich angelegten Kiefernwald aus Wiederaufforstungen.
Plätze, Wege und stille Orientierungspunkte
Die Piazza del Castagneto des Ortsteils ist vollständig mit Granitplatten befestigt; dort beginnt der Percorso Spirituale ab Poggio. In den Wäldern rund um Poggio Terme liegt die mineralstoffarme Quelle Fonte di Napoleone. An einem Trinkbrunnen kann man sich dort kostenlos mit Wasser versorgen. Der Wegbeginn liegt somit im befestigten Ortsteil, während die Quelle in den Wäldern rund um Poggio Terme einen davon getrennten Naturpunkt bildet. Diese beiden Orte ergänzen das historische Zentrum um einen befestigten Platz und einen konkreten Naturpunkt außerhalb der dicht bebauten Räume.
Abendliche Verbindung und Herbsttradition
MòviMarciana ist ein abendlicher Shuttle-Service, der Marciana, Poggio und Marciana Marina miteinander verbindet. Für die örtliche Festtradition steht die Castagnata in Poggio. Sie ist ein traditionelles Herbstfest im Rahmen der Settimana delle castagne und fand bereits in der sechsten Ausgabe statt. Der abendliche Shuttle-Service und das Herbstfest setzen dabei zwei verschiedene Zeitbezüge: MòviMarciana gehört zum Abend, die Castagnata zum Herbst. Neben Kirchen, Plätzen und Wanderwegen gehört damit auch ein jahreszeitlich geprägtes Fest zum Bild von Poggio.
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