Poggioreale: Piazza, Geschichte und bergisches Sizilien
Poggioreale zwischen neuer Piazza und alter Stadt
Poggioreale zeigt zwei klar unterscheidbare Seiten: In Poggioreale Nuova bildet die Nuova Piazza Elimo den Mittelpunkt des städtischen Lebens. In Poggioreale Antica ist dagegen ein noch erkennbares Stadtgefüge erhalten, obwohl es durch das Erdbeben im Belice von 1968 beschädigt und anschließend aufgegeben wurde. Diese Verbindung aus Architektur, Geschichte und Landschaft macht den Ort für Reisende interessant, die ein eigenständiges sizilianisches Reiseziel kennenlernen möchten.
Architektur an der Nuova Piazza Elimo
Die weitläufige, kreisförmige Architektur der Nuova Piazza Elimo folgt dem neoklassizistischen Stil und soll eine antike Agora nachbilden. Kunstvoll verzierte Kolonnaden prägen die Anlage; zu ihnen gehören vier Karyatiden von Paolo Borghi. Entworfen wurde die Nuova Piazza Elimo 1988 vom Architekten Paolo Portoghesi. Wer sich für italienische Stadtplätze, architektonische Formen und die bewusste Gestaltung öffentlicher Räume interessiert, findet hier einen besonders markanten Schwerpunkt von Poggioreale Nuova.
Poggioreale Antica und seine Baugeschichte
Poggioreale Antica bewahrt trotz der Schäden durch das Erdbeben im Belice von 1968 und der anschließenden Aufgabe ein noch erkennbares Stadtgefüge. Die Chiesa di Sant'Antonio da Padova ist dem Schutzpatron des Ortes gewidmet und stammt aus dem Jahr 1860. Die Chiesa Madre war zuvor die Chiesa del Purgatorio; diese stammt aus dem Jahr 1540. Am 24. November 1697 wurde die Chiesa Madre feierlich geweiht. Palazzo Morso Principe war der erste Siedlungskern von Poggioreale, gehörte dem Marquis Francesco Morso di Gibellina und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Nach einer jahrelangen Schließung wegen unsicherer Bedingungen wurde Poggioreale storica am 10. Juni 2026 wieder für Besucher geöffnet.
Alltagsgeschichte im Museo Etno-antropologico
Das Museo Etno-antropologico von Poggioreale ist an die Gemeindebibliothek angegliedert. Es dokumentiert die überwiegend landwirtschaftliche Prägung der Bevölkerung anhand von Werkzeugen, Geräten und Gegenständen aus Feldern, Werkstätten und dem häuslichen Alltag. Aufbewahrt werden dort außerdem die lokalen „vertuli“ und „gerle“ sowie ein Teil des archäologischen Materials vom Monte Castellazzo, der seit der Vorgeschichte besiedelt war. Das Museum ergänzt die historischen Bauwerke um Einblicke in Arbeit und Alltag der Bevölkerung.
Berglandschaft und archäologische Ausflüge
Das Gebiet von Poggioreale ist überwiegend bergig und bietet spektakuläre Panoramen mit Hügeln und für das sizilianische Binnenland typischen Landschaften. Die Landschaft rund um Poggioreale eignet sich für ländlichen Tourismus und Wandern. Als archäologischer Ausflugspunkt liegt die Area Archeologica di Monte Castellazzo in Poggioreale. Sie kann kostenlos und nach Vereinbarung besichtigt werden. Damit richtet sich Poggioreale auch an Sie, wenn Sie kulturelle Besichtigungen mit Landschaftserlebnissen und einem ruhigeren Reisetempo verbinden möchten.
Anreise von Palermo
Von Palermo aus ist Poggioreale über die A29 in Richtung Mazara del Vallo mit der Ausfahrt Gallitello erreichbar. Eine weitere Verbindung führt über die Schnellstraße Palermo–Sciacca und die Ausfahrt Poggioreale. Wenn Sie ein Hotel oder eine andere Unterkunft in Poggioreale wählen, können Sie diese Anreisewege als praktische Orientierung für Ihre persönliche Reiseplanung heranziehen. Vor Ort stehen dabei die Nuova Piazza Elimo, Poggioreale Antica, die Kirchen, das Museum und die bergige Umgebung für unterschiedliche Interessen im Mittelpunkt.
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