Giarratana: Barock, antike Spuren und Ibleische Wege

File:97010 Giarratana RG, Italy - panoramio (10).jpg File:97010 Giarratana RG, Italy - panoramio (10).jpg Foto: Alan C. Bonnici via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Kulturgeschichte im Ortsbild

Im historischen Zentrum von Giarratana rekonstruiert das Museo a Cielo Aperto traditionelle Lebensbereiche, die Besucher tatsächlich nachempfinden können. Es gilt als ibleisches demo-ethno-anthropologisches Kulturgut und steht unter dem entsprechenden Schutz. Damit richtet sich der Blick nicht nur auf einzelne Bauwerke, sondern auch auf überlieferte Formen des Alltags.

Ein markantes Sakralbauwerk ist die Chiesa di Sant'Antonio Abate. Die Barockkirche wurde nach dem Erdbeben von 1693 in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts wiederaufgebaut und am 21. September 1783 geweiht. Ihr Inneres besitzt drei reich mit vergoldeten Stuckarbeiten verzierte Schiffe; der Boden besteht aus abwechselnden Asphaltstein- und Majolikaflächen aus dem 18. Jahrhundert.

Der Palazzo Barone entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch örtliche Handwerker. Wer ihn werktags besichtigen möchte, kann dies von 10:00 bis 12:00 Uhr tun; zu anderen Zeiten ist eine vorherige Reservierung beim Tourismusbüro möglich.

In den Zwischenetagen des Palazzo Barone beziehungsweise Palazzo della Cultura ist das Museo Ibleo dell'Emigrazione untergebracht. Es präsentiert eine interaktive Reise durch die Auswanderungsgeschichte der Ibleischen Region – mit Literatur, Film, Musik, Fotografien, Zeitungen und Zeitschriften aus früherer Zeit sowie charakteristischen Gegenständen.

Spuren von der Antike bis zur Vorgeschichte

Die ältere Geschichte tritt an mehreren Orten hervor. Terravecchia ist die mittelalterliche Siedlung von Giarratana, die durch das Erdbeben von 1693 zerstört wurde. Die Villa Romana di età imperiale in Giarratana stammt aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. und gilt als monumentaler architektonischer Komplex mit bedeutenden Mosaiken. Kasmenai gilt als befestigte griechische Zitadelle in unmittelbarer Nähe des Monte Lauro.

Im Raum Giarratana liegt der Ipogeo di Calaforno, eine unterirdische Struktur von historischem und anthropologischem Interesse. Er besteht aus 35 kreisförmigen Kammern, die ursprünglich wahrscheinlich in einer Abfolge entlang eines linearen Weges angeordnet waren. Der Ipogeo entstand in der Kupferzeit und zählt zu den bedeutendsten Monumenten dieser Art in der sizilianischen Vorgeschichte sowie zu den bedeutendsten prähistorischen Anlagen Siziliens.

Lokaler Geschmack und fester Augusttermin

Zum lokalen Charakter gehört die Cipolla di Giarratana: eine süße, weiße und großformatige Zwiebelsorte, die mit traditionellen landwirtschaftlichen Praktiken verbunden ist. Die Sagra della Cipolla findet jedes Jahr am 12., 13. und 14. August in Giarratana statt.

Wandern und Anreise

Für Ihre Wander- und Etappenplanung ist die 34. Etappe der Antica Trasversale Sicula ein konkreter Bezugspunkt: Sie führt von Giarratana über den Ipogeo di Calaforno nach Chiaramonte Gulfi. Bei Calaforno verläuft sie durch Waldwege und führt anschließend auf die Via Selinuntina, die auf dieser Route innerhalb des Sentiero Ibleo kartiert ist. Giarratana ist außerdem mit dem Bus von Ragusa aus erreichbar.

Weitere Ziele für Ihre Reiseplanung: Ispica, Modica, Cava D'aliga, Frigintini, Santa Maria Del Focallo, Puntarazzi, Cimillà und Ragusa.

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