Gibilmanna – Heiligtum, Museum und Berglandschaft
File:Sonnenuntergang mit Laterne und dunklen Wolken, Blick vom Santuario di Gibilmanna, Sicilia, Italy, April 29th, 2019.jpg
Foto: Hartmut Schmidt, Heidelberg via Source, CC BY-SA 4.0
Heiligtum in der Berglandschaft
Gibilmanna verbindet das Santuario Maria SS. di Gibilmanna mit einer klaren Berglandschaft. Das Heiligtum liegt auf etwa 800 Metern Höhe an den Hängen des Pizzo Sant’Angelo. Das sizilianische Natura-2000-Gebiet „Boschi di Gibilmanna e Cefalù“ ist unter dem Gebietscode ITA020002 als Standort des Typs B klassifiziert. Der Weg 603 eröffnet Ausblicke über ein Tal mit Wäldern, bewirtschafteten Feldern und künstlichen Seen. So verbindet Gibilmanna sakrale Kultur mit einem vielseitigen Landschaftsbild.
Kirche und Marienbilder
Das Santuario ist eine dreischiffige Kirche mit Seitenkapellen und umfasst in seiner heutigen Struktur wahrscheinlich die ursprüngliche Benediktinerkirche. In ihm befindet sich die Marmoreffigie der Maria mit dem Jesuskind, die Antonello Gagini zugeschrieben und in das 16. Jahrhundert datiert wird. Eine Restaurierung in den Jahren 2014–2015 legte außerdem ein älteres Bild der Maria Odigitria frei, das unter einer sogenannten byzantinischen Ikone verborgen gewesen war. Die sakralen Werke verbinden damit unterschiedliche historische Ebenen.
Museum im Klosterbereich
Das Museo Fra Giammaria da Tusa befindet sich im restaurierten ehemaligen Stall des an das Santuario Maria Santissima di Gibilmanna angeschlossenen Klosters. Es ist in zehn Räume gegliedert, die jeweils den Namen eines Ordensbruders tragen. Zu seinen Beständen gehören franziskanische Artefakte, wertvolle sakrale Gewänder und Ausstattungsgegenstände, devotional gestiftete Objekte sowie Gegenstände aus anderen Kulturen. Eine handwerklich gefertigte Orgel mit Schilfrohrpfeifen aus dem 17. Jahrhundert gilt dort Experten zufolge als einzigartiges Exemplar in Europa.
Kapuziner, Bibliothek und Fest
Die Kapuzinerkatakomben aus dem 17. Jahrhundert sind dem Eremiten Giuliano de Placia gewidmet und nehmen das Untergeschoss der Madonna-Kapelle sowie einen Teil der Kirche ein. Das Convento dei Frati Minori Cappuccini di Gibilmanna wurde 1535 von Pater Sebastiano da Gratteri gegründet. Die Bibliothek der Kapuzinerpatres Fra Gesualdo da Bronte bewahrt Inkunabeln, Bücher des 16. Jahrhunderts sowie Bände aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Fest der Madonna di Gibilmanna wurde ab 1970 auf den ersten Sonntag im September gelegt.
Wege über Berg und Tal
Auch für das Wandern ist die Lage konkret gefasst. Die Etappe 8 der Via dei Frati verläuft über Castelbuono, Isnello, das Santuario Gibilmanna und Cefalù. Von Santuario Gibilmanna führt die Via dei Frati weiter zum Sentiero Salvabosco und nach einem Bergabschnitt bergab in Richtung Cefalù. Der Weg 603 „Sentiero Ferla – Bivio Pianetti“ beginnt im ausgestatteten Bereich Pianetti bei Pizzo S. Angelo; 200 Meter vor dem Ausgangspunkt des Weges liegt das Santuario di Gibilmanna. Mit 7 Kilometern und 243 Metern Länge bietet er Ausblicke über ein Tal mit Wäldern, bewirtschafteten Feldern und künstlichen Seen.
Unterkunft nach Reiseschwerpunkt wählen
Der Name Gibilmanna leitet sich von der Manna ab, die aus den nahe gelegenen Eschenwäldern gewonnen wurde, und verankert den Ort zusätzlich in seiner lokalen Geschichte. Wenn Sie ein Hotel für Ihre Sizilienreise auswählen, können Sie zwischen zwei nachvollziehbaren Schwerpunkten planen: Santuario, Kirche und Museum für kultur- und religionsgeschichtliches Interesse oder die Via dei Frati und der Weg 603 für eine Reise mit stärkerem Wanderfokus.
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