Santo Stefano Di Camastra: Keramik, Geschichte und Nebrodi-Landschaft

Santo Stefano Di Camastra verbindet Keramik, Baugeschichte und Landschaft. Für Ihre Italienreise eröffnet der Ort verschiedene Zugänge: von den Werkstätten der Via delle ceramiche über historische Kirchen und Erinnerungsorte bis zum Blick auf die Wälder des Parco dei Nebrodi.

Keramik als roter Faden

Das Museo della Ceramica wurde im Jahr 1994 im Palazzo Trabia eröffnet. Es bewahrt die lokale Keramiktradition von Santo Stefano di Camastra und fördert zugleich ihre künstlerische Erneuerung. Zur Sammlung gehören alltägliche Keramikgefäße aus Santo Stefano di Camastra sowie Majolikafliesen, die für die lokale Produktion seit dem 17. Jahrhundert stehen.

Der Palazzo Trabia wurde vom Herzog von Camastra gegen Ende des 17. Jahrhunderts unter Einbeziehung der Nebenanlagen des im Jahr 1584 von Camillo Camilliani entworfenen Wachturms von Pian del Castellaccio errichtet. Wertvolle Deckenfresken und kunstvolle Keramikfußböden stammen von Meistern aus Santo Stefano di Camastra; im Palazzo befindet sich außerdem eine Dauerausstellung von Keramiken.

An der Via delle ceramiche empfangen zahlreiche Handwerksläden mit angeschlossenen Dekorationswerkstätten Besucher und zeigen traditionelle Keramiktechniken. Der Palazzo Armao entstand im 19. Jahrhundert, als die Familie Armao ihre Majolika-Fabrik erweiterte und ihre Wohnung in das Gebäude integrierte. Der restaurierte Palazzo beherbergt die Gemeindebibliothek und eine Dauerausstellung von Keramiken.

Kirchen, Erinnerung und Ortsgeschichte

Das Santuario Letto Santo ist ein kirchlicher Komplex und Sitz des vermutlich aus dem 11. oder 12. Jahrhundert stammenden, wahrscheinlich normannischen Klosters von Santo Stefano. Von dort überblickt man einen weiten Abschnitt der tyrrhenischen Küste und die Wälder des Parco dei Nebrodi.

Der Cimitero Vecchio umfasst fast 90 rechteckige Grabstätten und wurde zwischen 1870 und 1880 genutzt. Die auf den Gräbern gefundenen keramischen Abdeckungen bilden das umfangreichste bekannte Muster der Herstellung von Majolika-Bodenbelägen.

Der Muro di Federico ist ein 60 Meter langes und mehr als 400 Quadratmeter großes Werk der Stadtkunst mit Bildmotiven, die von den Normannen und insbesondere von Friedrich II. inspiriert sind. Der Gedenkort La Fiamma umfasst eine große abstrakte und figurative Keramikskulptur sowie ein bemaltes Keramikpaneel zu Ehren der Einwohner von Santo Stefano di Camastra, die für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden starben.

Der Bau der Chiesa San Nicolò di Bari begann im Jahr 1685. Sie war die erste Kirche, die am neuen Standort im Rahmen des Wiederaufbaus der am 6. Juni 1682 zerstörten Siedlung errichtet wurde.

Landschaft und Orientierung

Der Lago Zilio ist ein kleiner, dicht bewachsener See auf 1.060 Metern Höhe. Er ist vollständig von Wald umgeben, umfasst etwa 3.000 Quadratmeter und hat einen Umfang von rund 250 Metern. Für die Route Portella Calcari–Lago Zilio fährt man von Santo Stefano di Camastra über die als del Letto Santo bezeichnete Provinzstraße SP 169 bis zu einer Abzweigung nach 11,5 Kilometern.

Das Santuario Letto Santo ist über die Provinzstraße Santo Stefano–Serro Capizzi mit einer Abzweigung an der Portella Calcari erreichbar; es liegt 12 Kilometer von Santo Stefano di Camastra entfernt.

Weitere Reiseziele für Ihre Italienreise: Pistunina, Pettineo, Forza D'agrò, Villafranca Tirrena, Castel di Lucio, Calvaruso, Torrenova, Graniti

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Messina.

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