Randazzo am Ätna: Lavastein, Museen und Naturwege

File:Chiesa di San Nicola, Randazzo Catania, Sicily, Italy - panoramio.jpg File:Chiesa di San Nicola, Randazzo Catania, Sicily, Italy - panoramio.jpg Foto: trolvag via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Randazzo liegt am Nordhang des Ätna. Sein vulkanischer Charakter zeigt sich im Ortsbild mit Straßen und Gassen aus Lavastein. Gleichzeitig verbindet die Circumetnea-Bahn Randazzo direkt mit Catania. Im Ort gehören Kirchen, Museen und die Stadtmauer zu den festen Bezugspunkten; im Ätna-Gebiet führen Wege über alte und jüngere Lavaströme. Für die Planung lassen sich damit Stadtbesuche und Wege am Vulkan als unterschiedliche Tagesbausteine betrachten.

Kirchen mit eigenem architektonischem Charakter

Die Chiesa di San Nicolò stammt aus dem 13. Jahrhundert. In ihrem Inneren befindet sich eine 1523 entstandene Marmorstatue des San Nicola di Bari von Antonello Gagini. Die Jahreszahl 1523 ordnet die Statue deutlich später als die Entstehung der Kirche ein.

Auch die Chiesa San Martino besitzt ein markantes Detail: Ihr erhaltener Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert zeigt paarweise angeordnete zweifarbige Biforen und Triforen. Die Begriffe bezeichnen zwei- beziehungsweise dreiteilige Fensteröffnungen. Die Chiesa di Santa Maria setzt dagegen auf die Wirkung des Materials. Ihr Äußeres besteht vollständig aus schwarzen Blöcken aus Lavastein; im Inneren befindet sich das byzantinische Fresko Madonna del Pileri.

Archäologie und Naturkunde

Das Museo archeologico Paolo Vagliasindi ist im Castello svevo untergebracht, einem in die Stadtmauer eingelassenen Turm. Dort sehen Sie Funde aus dem 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr., die größtenteils aus Sant’Anastasia in Randazzo stammen. Die Lage des Museums macht den Turm innerhalb der Stadtmauer zugleich zum baulichen Rahmen der archäologischen Ausstellung.

Das Museo Civico di Scienze Naturali zeigt die ornithologische Sammlung Priolo mit etwa 2.000 Präparaten, die rund 400 verschiedene Arten repräsentieren. Ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch einen paläontologischen Saal mit Fossilien, Mineralien, Gesteinen, Muscheln und Überresten pleistozäner Tierwelt. Im selben Museum stehen damit Präparate aus der Vogelwelt neben geologischen und paläontologischen Objekten.

Lavastrome, Buchenwald und Flussschluchten

Im Ätna-Gebiet von Randazzo verlaufen Wege über alte und jüngere Lavaströme. Die Ätna-Wege führen zum Monte Spagnolo und zu dessen Buchenwald sowie zur Grotta del Gelo. Der Sentiero naturalistico Burrò ist ein Besucherweg in diesem Gebiet. Der Weg 717 und seine Variante 717A dienen dem Zugang zum Ätna vom Randazzo zugewandten Vulkanhang aus. Für Wandernde unterscheiden sich dabei die geologisch geprägten Wegabschnitte von den Landschaftszielen Monte Spagnolo, Buchenwald und Grotta del Gelo.

An den tieferen Berghängen von Randazzo liegen Weinberge, Olivenhaine und Obstgärten; dort finden sich außerdem traditionelle Palmenti und Ölmühlen. In der Umgebung liegt der Alcantara-Flusspark. Seine zahlreichen Wege und Pfade folgen den Windungen des Flusses und führen zu landschaftlich reizvollen, teils wild wirkenden Orten wie den berühmten Schluchten. An den Berghängen prägen Landwirtschaft und traditionelle Anlagen das Umfeld, während sich die Wege im Flusspark am Lauf des Alcantara orientieren.

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