Bronte zwischen Pistazienkultur, Ätna und Geschichte

File:95034 Bronte CT, Italy - panoramio.jpg File:95034 Bronte CT, Italy - panoramio.jpg Foto: Roberto Pappalardo via Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Bronte zwischen Pistazienkultur und Ätna-Landschaft

Bronte verbindet eine ausgeprägte Pistazienkultur mit Landschaftserlebnissen am Ätna, historischen Sammlungen und besonderen Zeugnissen der regionalen Vergangenheit. Für Ihre Reiseplanung ergeben sich dadurch unterschiedliche Schwerpunkte: Sie können lokale Traditionen über ihre Ernte- und Festtage kennenlernen, Wege im Parco dell’Etna betrachten oder sich mit Bibliotheken, Kunst und Eisenbahngeschichte beschäftigen.

Die Pistazie als Teil des Ortslebens

Die Ernte der Pistazie von Bronte findet alle zwei Jahre, genauer in ungeraden Jahren, zwischen Ende August und Anfang September statt. Sie gilt als gemeinschaftliches lokales Ritual, an dem die gesamte Bevölkerung von Bronte beteiligt ist. Jedes Jahr Ende September findet außerdem die „Sagra del Pistacchio“ statt. Schauplätze sind Plätze und Straßen der historischen Altstadt.

Die Pistazie von Bronte wird unter anderem für Cannoli, Pistazieneis, Granita, Torroncini und Buccellato verwendet. Bei ‘A Ricchigia umfasst ein Besuch einen Spaziergang durch Pistazienhaine am Fuß des Ätna. Dazu kommt eine Verkostung handwerklich in der eigenen Werkstatt hergestellter Pistazienprodukte.

Wanderwege, Lavagestein und die Grotta della Neve

Piano dei Grilli ist der Ausgangspunkt für Wanderung Nr. 6 im Parco dell’Etna. Dort beginnt auch der Trail 710, der am Ende seiner Strecke zum Altomontana Path, dem Trail 701, führt. Bei Piano dei Grilli bietet eine Schutzhütte über einen privaten Verein Erfrischungen an.

Die Grotta della Neve ist eine durch den Umbau einer Lavahöhle entstandene Neviera. In ihr wurde angesammelter Schnee lange Zeit für den sommerlichen Verbrauch aufbewahrt. Auf dem Weg zur Grotta della Neve sind Lavagebilde sichtbar, die aus Eruptionen des Ätna um 1614–1624 entstanden sind. Naturkundliche Besonderheiten und die Geschichte der Nutzung dieses Ortes liegen hier eng in derselben Erzählung, ohne dass die Höhle lediglich als Landschaftspunkt betrachtet werden muss.

Bibliothek, Kunst und Eisenbahngeschichte

Das Real Collegio Capizzi wurde von Ignazio Capizzi in den 1770er-Jahren gegründet. Der Grundstein wurde 1774 gelegt, die Einweihung fand 1778 statt. Im Real Collegio Capizzi bewahrt die Biblioteca Borbonica geisteswissenschaftliche Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf. Sie umfasst mehr als 14.000 wissenschaftliche, literarische, theologische und philosophische Bände.

Die Pinacoteca Nunzio Sciavarrello ist ein Museum für zeitgenössische Kunst mit einer Dauerausstellung. Ein Bereich zeigt Werke national bedeutender Künstler, ein weiterer zahlreiche Werke sizilianischer Künstler, insbesondere der Ätna-Schule. Diese Künstler waren zwischen den 1920er- und 1980er-Jahren tätig. Ergänzend richtet das Museo ferroviario di Bronte den Blick auf historische Eisenbahnfahrzeuge. Es befindet sich im Lokomotivdepot des Bahnhofs. Zu den Fahrzeugen gehören Triebwagen, sogenannte „littorine“, sowie die historische Dampflokomotive Nr. 10 „Mascali“ aus dem Jahr 1895.

Historische Routen und ein weitläufiger Park

Die Route „Frammenti di storia millenaria“ hebt die Ruinen der Castelli di Torremuzza hervor. Sie umfasst außerdem den Ponte Normanno di Serravalle und die neolithischen Dolmen di piano Cuntarati. Der Park des Castello Nelson erstreckt sich über etwa vier Hektar. Damit bietet Bronte für kulturinteressierte Reisende mehrere unterschiedliche zeitliche Ebenen: von neolithischen Dolmen über eine normannische Brücke und mittelalterlich geprägte Ruinen bis zu Sammlungen, Kunstwerken und technischen Zeugnissen.

Anreise und persönliche Reiseausrichtung

Von Catania aus ist Bronte mit den Diensten der FCE, der Ferrovia Circumetnea, und ihrem historischen Zug, der Littorina, in etwa 1 Stunde und 20 Minuten erreichbar. Wenn Sie ein Hotel in Bronte wählen, können Sie Ihre Reiseentscheidung an den Themen ausrichten, die Sie vertiefen möchten: an der Pistazienkultur, an Wegen im Parco dell’Etna oder an Bibliothek, Pinakothek und Eisenbahnmuseum. So lässt sich der Aufenthalt auf Ihre bevorzugte Mischung aus kulinarischer Tradition, Landschaft und Geschichte abstimmen.

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