Tamarispa zwischen Gallura-Geschichte und Radrouten
Tamarispa: ländliche Geschichte und Wege durch die Gallura
Tamarispa verbindet Ortsgeschichte mit ländlicher Lage in der Gallura. Das heutige Dorf liegt tiefer als das mittelalterliche Tamarispa und unweit des Riu Mannu. Das ältere Tamarispa lag im nördlichen Teil der unteren Gallura an einer erhöhten Stelle, an den Hängen oder auf dem Gipfel einer Erhebung. Ältere Einwohner von Tamarispa nennen den Riu Mannu „Su riu de Tamarispa“.
Historische Spuren eines kleinen Ortes
Tamarispa ist mit dem Liber Fondachi verbunden. In diesem Register zu den Steuereinnahmen aus den Besitzungen der Pisaner auf Sardinien finden sich die ältesten schriftlichen Nachrichten über den Ort. Von 1317 bis 1319 lebten in Tamarispa höchstens vier Familien, also etwa zwanzig Einwohner. Gian Francesco Fara bezeichnete Tamarispa in seiner Schrift Chorographia aus dem 16. Jahrhundert als erloschen. Zwischen der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden im Küsten- und küstennahen Gebiet zwischen Olbia und Posada mehrere kleine Siedlungen; später gehörte auch Tamarispa zu diesen neu gebildeten Orten.
Landwirtschaft, Stazzi und die Pfarrkirche
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte Tamarispa von Landwirtschaft und Viehzucht. Im Budoni-Museum Museo dello Stazzo e della Civiltà contadina sind Werkzeuge von Bauern zu sehen, die in Stazzi lebten, den typischen ländlichen Wohnhäusern der Gallura. Stazzi stehen damit für eine Wohnform, die eng mit der bäuerlichen Geschichte der Region verbunden ist.
Zur heutigen Ortsgestalt gehört die Kirche der Beata Vergine Maria, die Pfarrkirche von Tamarispa. Sie wurde vor etwa 25 Jahren an einem Ort errichtet, an dem keine älteren Sakralbauten und keine Überreste einer früheren Siedlung gefunden wurden. Am Sonntag nach Pfingsten werden in der Kirche die Jungfrau Maria und die selige Maria Gabriella Sagheddu mit einer morgendlichen Messe und anschließender Prozession gefeiert.
Radrouten mit Tamarispa-Bezug
Mehrere Radrouten setzen Tamarispa in Beziehung zu Budoni und zum ländlichen Umland. „Budoni verso nord“ sieht einen kurzen Halt zum Besuch der alten Kapelle von Tamarispa vor. Die Tour umfasst außerdem einen Aussichtspunkt auf etwa 234 Metern Höhe, an dem sich Himmel, Landschaft und Meer zu einem Panorama verbinden; sie gilt als für alle geeignet. „Budoni verso sud“ führt über die SP24bis zu den ländlichen Orten Sas Murtas in der Gemeinde Posada und San Lorenzo bis zum Landort Tamarispa auf etwa 200 Metern Höhe. Auch diese Tour gilt als für alle geeignet. Die Route „S.Lucia-S.Anna-Turpé-Tavalá-Su Cossù-Brunella-Tamarispa-Budoni-S.Lucia“ führt ebenfalls über Tamarispa.
Anreise und Standortplanung
Von Olbia führt die Anfahrt über die SS131 DCN in Richtung Nuoro. Nach etwa 30 Kilometern nehmen Sie die Ausfahrt Budoni/Agrustos und folgen der SP24 sowie der SP24 BIS nach Tamarispa. Die Marebus-Linie Rosmarino umfasst eine werktägliche Verbindung zwischen Budoni und Tamarispa; die Marebus-Nachtlinie Ginepro umfasst eine Verbindung zwischen beiden Orten. Wenn Sie für Ihre Reise ein Hotel auswählen, können Sie diese Straßen- und Busverbindungen in Ihre Standortplanung einbeziehen.
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