Silanus entdecken: Nuraghen, Romanik und sardische Kultur
Silanus verbindet sakrale Baukunst, Nuraghen, sardische Dichtung und überlieferte Handwerkskunst mit einer abwechslungsreichen Landschaft. Zwischen Bergwäldern, Olivenhainen, Weinbergen und kultiviertem Land ergeben sich unterschiedliche Anknüpfungspunkte für eine Reise, die Kultur und ländlichen Charakter zusammenbringt.
Romanik und sakrale Baukunst
Die Kirche San Lorenzo wurde um 1150 von Zisterziensermönchen erbaut und gilt als Beispiel romanischer Architektur im Gebiet von Silanus. Sie ist einschiffig, besitzt einen rechteckigen Grundriss und eine nach Osten ausgerichtete halbrunde Apsis. Im Inneren bewahrt San Lorenzo einen Freskenzyklus aus dem 13. und 14. Jahrhundert von unbekanntem Urheber, der San Lorenzo, San Biagio, San Benedetto und San Cristoforo darstellt.
Santa Sabina und ihre vielschichtige Geschichte
Der archäologische Komplex Santa Sabina umfasst einen Nurageturm, einen heiligen Tholos-Brunnen, ein Gigantengrab und die gleichnamige alte Kirche. Diese stammt aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Ihr Grundriss mit drei apsidialen Räumen und einer zentralen Kuppel erinnert an spätrömische und byzantinische Cellae-trichorae-Schemata.
Im Heiligtum Santa Sabina wird jedes Jahr ab der zweiten Septemberwoche neun Tage lang am Nachmittag eine Messe gefeiert. Damit gehört auch der religiöse Jahreslauf zu den Themen, die den Ort über seine archäologischen und architektonischen Merkmale hinaus prägen.
Nuraghen zwischen Hochland und Ebene
Der Nuraghe Orolio, der auch den Namen Madrone trägt, steht nordöstlich von Silanus auf einem über 400 Meter hohen Hügel, etwa einen Kilometer vom Ortskern entfernt. Sein zwölf Meter hoher Granitturm besitzt zwei übereinanderliegende Kammern mit außergewöhnlich gut erhaltenen Tholos-Decken. Der erhaltene Mastio hat eine kegelstumpfförmige Gestalt.
Sieben Kilometer von Silanus entfernt liegt der Nuraghe Corbos zwischen dem gleichnamigen Hochland und der Ebene von Ottana. Sein etwa zwölf Meter hoher, kegelstumpfförmiger Turm besteht aus mittelgroßen Basaltblöcken. Vom Nuraghen Corbos aus sind die Schornsteine der Ebene von Ottana, die Berge von Sarule und Gavoi sowie die Gipfel des Gennargentu sichtbar.
Dichtung, Webkunst und lokale Spezialitäten
Sa Domo de sa poesia cantada ist ein Museum, das der improvisierten Dichtung in sardischer Sprache gewidmet ist. Besuche sind nach Reservierung oder für freie Besichtigungen während der Sommeröffnungszeiten vorgesehen; außerdem werden Führungen und pädagogische Aktivitäten angeboten.
Die Ausstellung „Il Filo della Memoria“ ist seit 2020 auch über einen virtuellen Rundgang zugänglich, der Texttafeln, Fotografien, Audio- und Videomaterial umfasst. Ihre Sammlung umfasst vollständig in Silanus gefertigte Teppiche, Wandteppiche, Decken, Handtücher und Satteltaschen. Zwei historische Webstühle sowie traditionelle Werkzeuge zum Spinnen und Schären gehören ebenfalls zur Ausstellung.
Zum lokalen Charakter gehört außerdem das traditionelle Gebäck s’aligu aus Silanus. Es wird aus Honig, Mandeln und Orangenschale hergestellt und in charakteristische Zitronenblätter eingewickelt.
Vom Eichenwald zur Kulturlandschaft
In den Berggebieten von Silanus dominieren Wälder aus Steineichen und Flaumeichen. In den tiefer gelegenen Bereichen öffnet sich die Landschaft zu Olivenhainen, Weinbergen und kultiviertem Land. Wenn Sie Kulturstätten, Landschaft und regionale Traditionen miteinander verbinden möchten, bietet Silanus dafür ein eng gefasstes, aber vielfältiges Themenspektrum.
Weitere Orte entdecken
Onifai, Concas, Bortigali, La Caletta, Irgoli, Bitti, Posada, Belvi
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nuoro.
Preise, Verfügbarkeit und Ausstattung für Ihren Reisetermin direkt bei Booking.com prüfen.
Unterkünfte und Angebote ansehenAnzeige · Partnerlink zu Booking.com