Mandas zwischen Archäologie, Kirchen und Trenino Verde
File:Stazione di Mandas Binari giugno 2017.jpg
Foto: Nicola Secci via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Mandas: sardische Geschichte an vielen konkreten Orten
Mandas verbindet Archäologie, kirchliche Baugeschichte, Alltagskultur und die Eisenbahntradition Sardiniens. Am Bahnhof Mandas am Largo Lawrence fährt der Trenino Verde ab; zugleich ist der Bahnhof eine der größten Stationen der Trenino-Verde-Linie. Museen und historische Gebäude in Mandas eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Geschichte der Gemeinde und ihres Gebiets.
Archäologie von der Nuraghenzeit bis zur Spätantike
Im MAHMU werden mehr als 200 archäologische Funde aus dem Gebiet von Mandas gezeigt. Die Funde wurden dort geborgen und restauriert. Der Rundgang im MAHMU vermittelt den Alltag über einen Zeitraum von mehr als 3.000 Jahren – von der nuragischen Protgeschichte bis zur Spätantike. Im Gebiet von Mandas gibt es außerdem mehr als 48 nuragische Ruinen und zeitgleiche Siedlungen.
Der archäologische Komplex Su Angiu in Mandas gehört ebenfalls zu diesem historischen Schwerpunkt. Er stammt aus nuragischer, punischer und römischer Zeit. Wer sich für die lange Entwicklung Sardiniens interessiert, kann in Mandas dadurch verschiedene Epochen nebeneinander betrachten: von den archäologischen Funden im Museum bis zu den Ruinen und Siedlungen im Gemeindegebiet.
Kirchen, Klosteranlagen und gelebter Alltag
Das ehemalige Kloster und die Kirche San Francesco beherbergen seit 2008 die Gemeindebibliothek Emilio Pisano, das historische Archiv von Mandas und die Mediathek TitoluS zum sardischen Feudalismus. Die Pfarrkirche San Giacomo Apostolo Maggiore wurde zwischen 1585 und 1605 im gotisch-katalanischen Stil erbaut. In der Kirche Sant'Antonio Abate stehen bestehende römische Bauwerke unter dem späteren Sakralbau.
Zum Museumskomplex Is Lollas de is Aiaius gehört ein mittelalterliches Ensemble aus dem 12. Jahrhundert. Es entstand über dem römischen Straßenpflaster der Straße von Karalis in die Barbagie und ist dem heiligen Antonius dem Großen gewidmet. Das ethnografische Museum Is Lollas de is Aiaius ermöglicht außerdem den Besuch einfacher Wohnhäuser, die seit dem 18. Jahrhundert von den Familien Marongiu und Landis bewohnt wurden.
Das Museum für sakrale Kunst Peregrinatio Fidei befindet sich in einem architektonischen Komplex des 17. Jahrhunderts, der um das Kloster der Franziskaner-Minoriten der Observanten entstand. Ergänzt wird dieser Blick auf die Vergangenheit durch den Park Acquabona mit einer zugehörigen Quelle aus dem Mittelalter.
Ein weiterer Blick: Mobilität im 20. Jahrhundert
Das MAMES in Mandas ist ein Museum für Oldtimer und präsentiert einen Rundgang über die Ankunft des Automobils auf Sardinien sowie die Entwicklung der Mobilität im 20. Jahrhundert. Das Museum wird als erstes Museum dieser Art auf Sardinien bezeichnet.
Für Ihre Reiseplanung lässt sich Mandas deshalb nach unterschiedlichen Interessen erschließen. Archäologische Komplexe und nuragische Ruinen stehen neben Kirchen, Klosteranlagen und Wohnhäusern aus vergangenen Jahrhunderten. Museen konzentrieren sich auf Funde, sakrale Kunst, Feudalismus, bäuerlichen Alltag und Mobilitätsgeschichte. Der Bahnhof am Largo Lawrence setzt dazu einen eigenen Akzent und macht die Eisenbahntradition zu einem sichtbaren Teil des Ortsbildes.
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