Giaveno: Kirchen, Mühlen und Wege zwischen Geschichte und Genuss
File:San Lorenzo Martire, church in Giaveno, Italy.jpg
Foto: Iron Bishop via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Giaveno verbindet Geschichte, Landschaft und regionale Esskultur in unterschiedlichen Formen. Dazu gehören die Chiesa di San Lorenzo Martire, Mulin du Detu, mehrere thematische Wege sowie Traditionen rund um Brot, Kartoffeln und Pilze.
Kirchen, Kunst und dokumentierte Geschichte
An der Chiesa di San Lorenzo Martire begannen 1622 die Wiederaufbauarbeiten. In demselben Jahr gründete Kardinal Maurizio mit päpstlicher Genehmigung die Collegiata dei Canonici. Die Kirche bewahrt Wandgemälde und Leinwandbilder von Enrico Reffo und Federico Siffredi sowie ein Altarbild von Joseph Ouvertus. Die Chiesa dei Batù besitzt eine Orgel von 1781, geschaffen von den Brüdern Concone, die in ihrer ursprünglichen Struktur erhalten ist.
Auch die Chiesa di San Rocco verbindet Baugeschichte und Kunst: Sie wurde wahrscheinlich 1646 nach einem Gelübde des Gemeinderats infolge der Pestepidemie von 1630 errichtet und bewahrt Werke von Alessandro Trono. Ein monochromes Gemälde stellt San Rocco zusammen mit San Sebastiano und San Carlo Borromeo dar. Im Santuario Nostra Signora di Lourdes befindet sich im linken Kreuzarm eine Nachbildung der Grotte von Lourdes; das Gebäude ist im romanisch-lombardischen Stil gestaltet und vollständig mit Stein verkleidet.
Zur historischen Orientierung gehören außerdem die Pieve di San Lorenzo und die Villa Marsili. Die Pieve di San Lorenzo in Giaveno ist in Dokumenten aus dem frühen 12. Jahrhundert belegt. In der Villa Marsili lebte und arbeitete Francesco Gonin von 1877 bis 1889. Mulin du Detu ist eine historische Mühle im Ortsteil Ruata Bassa, die 1218 errichtet wurde; früher war sie eine Abteimühle und gehörte den Benediktinermönchen des Klosters Sacra di San Michele.
Wege zwischen Landschaft und Erinnerung
Mehrere Wege führen durch Landschaften mit historischen Spuren. Der Sentiero Augusto Monti ist ein Rundweg im Tal des Torrente Romarolo im Gemeindegebiet von Giaveno. Die Itinerari della Resistenza in Giaveno umfassen zwei öffentlich zugängliche Wege mit Informationstafeln und Bildern; über QR-Codes sind Zusatzinformationen, Kurzfilme und Zeitzeugenberichte abrufbar. Der Sentiero dell’antica frontiera führt am Colle del Besso an noch deutlich erkennbaren Resten französischer Schanzanlagen aus dem 17. Jahrhundert vorbei. Der Sentiero delle Vite führt an verfallenen Häusern, Bildstöcken und Trockenmauern vorbei, die von der früheren ländlichen Bergsiedlung zeugen. Am Sentiero delle Rocce fließt ein Bach zwischen Felswänden über große Platten aus hellem Gneis, vorbei an kleinen Wasserfällen und sehr klaren Wasserbecken.
Brot, Pilze und lokale Traditionen
Giaveno Città del Buon Pane findet im September statt und wird seit 2003 fortgeführt; auf der Piazza Mautino können Besucher Teile der Brotherstellung beobachten. In Giaveno gibt es eine Tradition großer, historischer Brotformen wie micca, biove, mezzana und stirotto. Das Veranstaltungsprogramm umfasst von September bis Oktober gastronomische Traditionen und Feste rund um Brot, Kartoffeln, Pilze und Bagna Càoda. Fungo in Festa ist eine traditionelle Veranstaltung, die gewöhnlich im Oktober stattfindet und von einer jährlich stattfindenden Pilzausstellung begleitet wird. Im Rahmen von Giaveno Città del Buon Pane waren die historischen Mühlen Mulin du Detu und Mulino della Bernardina geöffnet und besuchbar.
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