Villar San Costanzo zwischen Ciciu-Felsen und romanischer Baukunst

File:Cappella di Sant′Antonio, Morra del Villar, Villar San Costanzo 02.jpg File:Cappella di Sant′Antonio, Morra del Villar, Villar San Costanzo 02.jpg Foto: Francians via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Villar San Costanzo ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt, um das Alta Valle Maira kennenzulernen – hier treffen Naturformen, Sakralbauten, Archäologie und einfache Wege aufeinander.

Natur und ungewöhnliche Felsformen

Die Riserva Naturale dei Ciciu del Villar wurde 1989 von der Region Piemont eingerichtet. Sie liegt in der Gemeinde Villar San Costanzo, im Ortsteil Costa Pragamonti im Val Maira, umfasst Höhenlagen von 670 bis 1.350 Metern und erstreckt sich über 64 Hektar. Für Naturinteressierte ist dieser geschützte Raum durch seine besondere Geologie geprägt.

Die Ciciu-Felsformationen sind große Felsenpilze mit einem Erd-Schaft und einer Kappe aus einem Block aus hartem Gneis. Durch die Riserva Naturale dei Ciciu del Villar führt Ciciuvagando, ein etwa 45-minütiger touristischer und didaktischer Rundweg. Informationstafeln erläutern die Entstehung der Ciciu, Geschichten und Legenden sowie die entlang des Weges beobachtete Flora. Das Klettern auf den Ciciu-Felsformationen ist verboten; Bouldern wird auf Felsblöcken und Felsformationen am Rand der Riserva ausgeübt.

Romanische Bauten und historische Spuren

San Costanzo al Monte verbindet romanische Baukunst mit sakraler Überlieferung. Die romanische Apsiszone und das achteckige Tiburium sind der künstlerisch interessanteste Teil des Komplexes San Costanzo al Monte. In der romanischen Krypta sollen der Überlieferung nach die Reliquien des heiligen Märtyrers aufbewahrt worden sein.

Die Parrocchia di San Pietro in Vincoli Ex-abazia di Villar San Costanzo ist ein romanischer Bau mit gotischem Glockenturm und barocker Fassade. Die Cappella di San Giorgio stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Im Parco Archeologico Cannetum in Villar San Costanzo können Besucher eine eisenzeitliche Hütte, eine langobardische Hütte und das Castrum besichtigen. L'Arc veranstaltet Workshops zum Bau und Gebrauch historischer Bögen, zum Bronzeguss, zur frühmittelalterlichen Goldschmiedekunst, zum Schmieden und zur Holzbearbeitung.

Spaziergänge und besondere Aktivitäten

Die erste Etappe der Percorsi Occitani führt von Villar San Costanzo nach Sant’Anna di Roccabruna. Santa Maria di Villar San Costanzo ist ein Ausgangspunkt für einfache Spaziergänge auf unbefestigten Wegen an den Hängen des Monte San Bernardo. Das Reservat bietet außerdem einen einfachen, etwa 30-minütigen Spaziergang mit geschnitzten Tieren aus Holz, die typische lokale Berufe darstellen.

Wallfahrt und ein fester Termin

Das Santuario di Santa Maria Delibera ist ein häufig besuchter Wallfahrtsort für Gläubige, die die Madonna verehren. Das Patronatsfest der Heiligen Vittore und Costanzo am 12. September umfasst eine religiöse Prozession, die von berittenen römischen Soldaten in historischen Kostümen begleitet wird.

Öffnung von San Costanzo al Monte

Für die Besichtigung von San Costanzo al Monte ist der Zeitraum von April bis Oktober wichtig: Am zweiten Sonntag des Monats ist der Komplex von 14:30 bis 17:30 Uhr für Besucher geöffnet. Die Volontari per l’Arte begleiten die Besichtigung für Gruppen von mindestens sechs Erwachsenen.

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