Savigliano zwischen Geschichte, Düften und Maira-Uferwäldern
Savigliano zwischen Geschichte und regionalem Charakter
Savigliano lässt sich über seine Plätze, historischen Gebäude, Museen und Wege am Maira entdecken. Dabei treffen Einblicke in die Parfümeriekunst auf sakrale Geschichte, zeitgenössische Installationen und eine gewachsene lokale Esskultur. Für Ihre Reiseplanung bietet die Stadt damit unterschiedliche Anknüpfungspunkte: historische Räume, kurze Erkundungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad und Ausflüge in eine von Uferwäldern geprägte Natur.
Museen, Düfte und Kunst
Im Mittelpunkt eines besonderen Kulturerlebnisses steht das MÚSES – Accademia Europea delle Essenze. Das technosensorische Museum nimmt die Wiederentdeckung aromatischer Kräuter des Piemont zum Ausgangspunkt für eine transnationale Reise durch das Wissen der Parfümeriekunst sowie durch die Aromen und Essenzen verschiedener Gebiete. Zum MÚSES gehören ortsspezifische Werke zeitgenössischer internationaler Künstler, multisensorische Installationen und multifunktionale wissenschaftliche Labore. Erlebnisorientierte Führungen finden donnerstags bis samstags um 14:00 und 17:00 Uhr sowie sonntags um 11:30, 14:00, 15:30 und 17:00 Uhr statt. Das Atelier del Profumiere beginnt von Donnerstag bis Sonntag um 15:30 Uhr.
Das Museo Civico di Savigliano trägt den Namen Antonino Olmo und befindet sich seit 1970 im Komplex aus Kloster und Kirche San Francesco. Die Minderbrüder der Observanz errichteten ihn ab 1661 nach der Regel des heiligen Franziskus. In der ehemaligen Kirche San Francesco befindet sich außerdem vollständig die Gipsoteca Davide Calandra von nationaler Bedeutung. Sie umfasst über hundert Werke des Turiner Bildhauers Davide Calandra (1856–1915), darunter Abgüsse, Skizzen und Modelle aus Gips, Ton und Terrakotta. Die Kirche San Pietro gehört zu einem bedeutenden Benediktinerklosterkomplex sehr alten Ursprungs, der auf einem römischen Tempel der Göttin Diana errichtet wurde.
Palazzi und Plätze der Altstadt
Die Piazza Vecchia gilt als einer der schönsten Plätze des Piemont. Ihre Ursprünge reichen bis an den Beginn des 13. Jahrhunderts zurück, als Savigliano zur freien Kommune wurde und ansässige Adelsfamilien befestigte Häuser mit einer Front zur Piazza errichteten. Palazzo Taffini d’Acceglio gilt als um 1620 auf Grundstücken errichtet, die die Familie Taffini ab 1603 erworben hatte; nach dem Tod des Obersts Camillo Taffini im Jahr 1629 ging das Gebäude an dessen erstgeborenen Sohn Giusto Aurelio über. Zum Bau gehören zwei zum Innenhof gerichtete Innenfassaden mit einem Arkadengang und zwei offenen Galerien, getragen von paarweise angeordneten dorischen Säulen aus goldfarbenem Sandstein.
Auch Palazzo Muratori Cravetta zeigt die repräsentative Architektur der Stadt: Der Ehrenhof besitzt eine mit Fresken und Stuck aus dem frühen 17. Jahrhundert geschmückte Fassade, dazu kommen ein Garten im italienischen Stil und ein monumentaler Saal. Eine Besichtigung ist ab dem 4. April samstags und sonntags um 9:30 und 14:00 Uhr möglich; eine Reservierung ist erforderlich.
Wege am Maira und lokale Traditionen
Der Abschnitt des Sentiero sul Maira bei Savigliano kann zu Fuß, zu Pferd und mit dem Mountainbike begangen beziehungsweise befahren werden und ist mit Hinweisen zum Wegverlauf und zur durchquerten Natur ausgestattet. Der gesamte Weg führt von Racconigi bis Villar San Costanzo und berührt unter anderem Cavallerleone, Cavallermaggiore, Savigliano, Vottignasco, Villafalletto und Busca. Bei Savigliano verlaufen die Uferwälder linear entlang des Wassers; vorherrschend sind Silberweiden sowie Weißpappeln, Schwarzpappeln und Robinien. Zum natürlichen Bewuchs gehören außerdem Brombeerdickichte, Holunder, Roter Hartriegel, Weißdorn und Hasel sowie einzelne hochstämmige Bestände aus Stieleichen und Eschen. Die empfohlenen Routen durch Savigliano sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad begeh- beziehungsweise befahrbar und liegen in einem begrenzten Bereich der historischen Altstadt, der größtenteils Fußgängerzone oder wenig vom Autoverkehr frequentiert ist.
Zur lokalen Alltagskultur gehört Paulin, der traditionelle Aperitif der Einwohner von Savigliano. Die historische Pasticceria Scaraffia bewahrt dafür ein Geheimrezept. Die Festa del Pane in Savigliano feiert diese Tradition und findet alle zwei Jahre am letzten Septemberwochenende statt. Die Festa della Madonna della Sanità wird stets am ersten Sonntag nach Mariä Himmelfahrt gefeiert; am darauffolgenden Dienstag folgt das Patronatsfest der Einwohner von Savigliano.
Sakrale Orte und praktische Orientierung
Das Santuario della Madonna della Sanità umfasst ein Museum für Votivgaben mit mehreren hundert Objekten, darunter bemalte Tafeln und Votivgaben auf Stoff. Im August während der Patronatsfeierlichkeiten kann das Museum besichtigt werden, in den übrigen Zeiträumen nach Voranmeldung. Der Eintritt in das Museo degli Ex Voto ist frei. Es entstand 2001 durch die Wiederherstellung einiger Räume im Flügel des 18. Jahrhunderts des Heiligtumskomplexes. Für die Anreise mit der Bahn wird der Bahnhof von Savigliano von den Strecken Turin–Savona und Turin–Cuneo bedient; die Züge verkehren dort im Halbstundentakt.
Weitere Ziele zur eigenen Auswahl: Casa Fornace, Canosio, Miroglio, Frassino, Breolungi, Alba, Cherasco, Cavaliggi
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