Calliano: Weinberge, Kirchen und Wege im Monferrato
Unterkünfte in Calliano
Calliano zwischen zwei Tälern
Wenn Sie einen italienischen Ort mit Landschaft, Geschichte und regionalem Charakter suchen, eröffnet Calliano mehrere Zugänge. Calliano liegt auf einem Hügel, der das Valle Versa vom Valle Grana trennt. Die Hügel rund um Calliano sind mit Weinbergen bepflanzt, darunter Reben der Sorten Barbera und Grignolino. Dadurch begegnen Ihnen hier nicht nur historische Bauwerke, sondern auch eine deutlich von den Weinbergen geprägte Umgebung.
Ein weiterer landschaftlicher Bezugspunkt ist die Fonte della Pirenta. Die alte Schwefelquelle lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Im Ortsteil San Desiderio erstreckt sich außerdem der Brik-Park über einen Hektar auf drei Höhenstufen. Früher befand sich an dieser Stelle ein inzwischen verschwundenes Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert. Park, Quelle und Weinberge verbinden Naturbeobachtung mit Spuren einer langen Ortsgeschichte.
Kirchen und historische Spuren
Die ehemalige Burg von Calliano Monferrato wurde im 10. Jahrhundert erbaut. Sie war von hohen Mauern und einem stets wassergefüllten Graben umgeben. Auf ihren Ruinen wurden die heutigen Patrizierhäuser des historischen Zentrums von Calliano errichtet. Der Blick auf das Zentrum gewinnt dadurch eine zusätzliche historische Ebene: Die heutigen Gebäude stehen in Beziehung zu einer früheren Befestigungsanlage, ohne dass die Burg selbst erhalten geblieben ist.
Auch die Kirchen führen durch verschiedene Epochen. Die Kirche San Pietro bestand bereits im Jahr 886; ihre Apsis weist hochmittelalterliche Bauformen auf. San Michele reicht bis um das Jahr 1000 zurück, während sich ihre heutige einschiffige Struktur im späten 16. Jahrhundert entwickelte. In einem anderen zeitlichen Rahmen steht die Kirche Sant’Anna im Ortsteil Perrona: Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und bewahrt ein Gemälde der Anbetung der Heiligen Drei Könige aus dem 17. Jahrhundert.
Am südlichen Ortsrand befindet sich San Rocco. Die Kirche bestand bereits 1556 und wurde später mehrfach restauriert, unter anderem 1770 und in den 1970er-Jahren. Eine kleinere, gemeinschaftlich geprägte Spur der Vergangenheit ist der Serra-Brotbackofen in der Via Mazzini. Er wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt und in den 2000er-Jahren als Erinnerung an einen der bedeutendsten gemeinschaftlichen Momente des Gemeindelebens restauriert.
Spaziergänge und Wege durch das Umland
Für Ihre Tagesplanung bietet Calliano verschiedene Wege mit historischen und landschaftlichen Zielen. Ein kurzer, aussichtsreicher Spaziergang von Calliano führt zu den Überresten der ehemaligen Pfarrkirche San Felice. Der Spazierweg San Rocco–Poggio führt zum verfallenen Castello del Poggio, einer Anlage aus dem 18. Jahrhundert, die einst dem Bischof von Acqui gehörte.
Der Spazierweg San Rocco–Montarsone–Maneggio führt an der Kirche Madonna di Caravaggio vorbei und kehrt nach etwa 3,5 Kilometern auf Schotterwegen nach Calliano zurück. Eine weitere Route trägt die Namen Courtin–Strada Serra–Cascine Vercelli–Mulino–Rio Valsesio. Sie verläuft über einen Höhenrücken, führt an der Fonte della Pirenta und einer alten Wassermühle vorbei und folgt anschließend einer unbefestigten Straße am Rio Valsesio.
Calliano ist außerdem in die von der Provinz Asti eingerichteten Green Ways einbezogen. Dabei handelt es sich um Fahrradausflugsrouten durch die Gemeinden des Monferrato. Für Sie entsteht damit eine Auswahl zwischen kurzen Spaziergängen zu historischen Resten, längeren Wegen über Schotter- und unbefestigte Abschnitte sowie Fahrradausflugsrouten durch die umliegenden Gemeinden.
Lokale Küche und feste Termine
Zur Eigenart Callianos gehören auch die Callianeser Agnolotti d’Asino. Die gefüllten Teigtaschen werden mit gehacktem Eselragout sowie Käse, Schinken, Eiern und Muskat zubereitet. Bei der Sagra dell’Agnolotto d’Asino am letzten Juniwochenende haben Besucher die Möglichkeit, dieses lokale Gericht zu verkosten.
Eine besondere Verbindung von Ortsgeschichte, Festkultur und lokaler Identität zeigt das Paglio Ragliante. Es begann 1969 als Parodie auf den historischen Palio von Asti. Beim Paglio Ragliante treten im kommunalen Sferisterio, der heute Piazza del Palio heißt, zehn Ortsteile und Weiler von Calliano gegeneinander an. Jeder wird von einem Esel vertreten, der von zwei Palafrenieri geführt wird.
Als Auftakt des Callianeser Sommers ist außerdem die Veranstaltung „Tra Piazze e Cortili“ vorgesehen; sie findet am ersten Juniwochenende statt. Besucher können dabei charakteristische Bereiche des historischen Zentrums entdecken und typische Gerichte verkosten. Calliano verbindet damit historische Bauwerke, Wege durch die Hügellandschaft, regionale Küche und Veranstaltungen, die den Ort aus unterschiedlichen Blickwinkeln zugänglich machen.
Weitere Ziele für Ihre persönliche Reiseplanung sind Castelnuovo Belbo, Corsione, Baldichieri D'asti, Vesime, Castelnuovo Calcea, Dusino San Michele, Bubbio und Repergo.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Asti.