Rocchetta Alta: Dorfspuren, Burg und bäuerliche Kultur
Rocchetta Alta ist ein seltenes erhaltenes Beispiel für ein Dorf der bäuerlichen Kultur. Sein Ortsbild verbindet eine aufgegebene Siedlung mit mittelalterlichen Bauwerken. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde Rocchetta Alta zugunsten des tiefer gelegenen Ortes aufgegeben, der heute Rocchetta Nuova heißt. Zur historischen Struktur gehören deshalb nicht nur einzelne Bauwerke, sondern ebenso die Gassen, Häuser und Werkstätten des früheren Dorfes.
Gassen, Häuser und Spuren des Dorflebens
Zum Ortsbild von Rocchetta Alta gehören Häuser, Werkstätten und enge Gassen. Die verfallenen Häuser öffnen sich zu grasbewachsenen, den Berg hinaufführenden Stufen. Die Wegführung wechselt damit innerhalb des Dorfgefüges von schmalen Gassen zu ansteigenden Passagen. Zusammen mit den Werkstätten bleiben auch die kleinteiligen Bereiche des früheren Dorflebens als konkrete Bestandteile der Siedlung erhalten.
Das Castello Battiloro und die Porta di Sopra
Auf dem Kalksteingipfel am oberen Ende von Rocchetta Alta erhebt sich das Castello Battiloro. Die Anlage hat einen ungefähr rechteckigen Grundriss von etwa 20 × 10 Metern. Ihre Überreste stammen aus dem 12. Jahrhundert. Bei der Porta di Sopra ist die erhaltene Burganlage ein spätrenaissancezeitlicher Herrensitz. Ihr Eingang im Nordwesten wird von zylindrischen Türmen geschützt.
Porta di Sotto und Kirche Mariä Himmelfahrt
Die Porta di Sotto ist der Zugang zum Dorf und liegt an der Kirche Mariä Himmelfahrt. Unter dem Bogendurchgang wurden mittelalterliche Skulpturenelemente wiederverwendet und in das Mauerwerk eingefügt. Die Porta di Sotto weist außerdem Kragsteine auf, die einst eine vorspringende Verteidigungsanlage trugen.
Vaccareccia, Felsen und lange Zeitspuren
Auf dem Gipfel des Hügels Vaccareccia, der auch den Namen Baccaricia trägt, wurden 1980 Überreste spätmittelalterlicher Bauwerke entdeckt. Auch die Felsen rund um Rocchetta Alta reichen weit in die menschliche Vergangenheit zurück. In den dortigen Höhlen boten sie Menschen im Mittelpaläolithikum Schutz. Die Felsen mit ihren Höhlen liegen damit in einer Landschaft, zu der neben den spätmittelalterlichen Bauresten auch die später aufgegebene Siedlung gehört.
Der steile Weg zum Castello
Ein steiler Pfad führt zum Castello Battiloro in Rocchetta Alta hinauf. Für die Einteilung des Rundgangs lässt sich der Aufstieg als eigener Gehabschnitt bewusst einplanen. Für einen Rundgang ist diese Wegform ein eigener Planungsfaktor: Der Anstieg bildet einen räumlichen Übergang aus dem kleinteiligen Dorfgefüge zum Kalksteingipfel. Wer die Ortsstruktur zu Fuß betrachtet, kann den Zugang an der Porta di Sotto, die Gassen und den Aufstieg als aufeinanderfolgende Abschnitte einplanen.
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