Casei Gerola: Natur und lombardische Kirchenkunst

Casei Gerola vereint den Naturraum des Parco Le Folaghe mit sakralen und historischen Zeugnissen der lombardischen Kultur. Für Sie entsteht ein Reiseziel, an dem sich Naturbeobachtung, Architektur und Kunstgeschichte in unterschiedlichen Facetten entdecken lassen.

Naturraum und Orientierung im Parco Le Folaghe

Der Parco Le Folaghe ist ein Naturpark von übergemeindlichem Interesse und eine Naturoase in der Gemeinde Casei Gerola. Er besteht aus stillgelegten Tongruben. Die tiefsten Gruben wurden durch Grundwasser zu Seen, an denen zahlreiche Wasservogelarten brüten. Wer diesen Landschaftsraum erkundet, soll die ausgewiesenen Wege benutzen und die Karten zur Orientierung im Park konsultieren.

Von Mailand oder Genua führt die Anfahrt zum Parco Le Folaghe über die A7 bis zur Ausfahrt Casei Gerola. Danach geht es über die Abzweigung Voghera–Silvano Pietra und die SP 12 weiter. Diese konkrete Streckenfolge erleichtert die Planung, wenn der Naturpark den Schwerpunkt Ihres Besuchs bildet.

Kirchen mit lombardischer Bau- und Kunstgeschichte

Die heutige Chiesa di San Guglielmo wurde 1426 fertiggestellt, nachdem der Standort der früheren Kirche getauscht worden war, um das Schloss zu vergrößern. Das Bauwerk ist im lombardischen Gotikstil mit proto-renaissancezeitlichen Elementen gestaltet. An der Giebelfassade sitzen zwei Terrakottafenster mit Spitzbogen.

Die Chiesa di San Sebastiano beherbergt ein qualitätvolles Altarbild aus dem 18. Jahrhundert. Es zeigt den heiligen Sebastian und den heiligen Rochus und stammt vom Paveser Maler Bernardo Ciceri. Während religiöser Feiern erfolgt der Zugang direkt vom Kirchvorplatz aus.

Die Collegiata di San Giovanni Battista wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts von Franziskanern der Observanz des heiligen Bernardino da Siena errichtet. Sie ist in reinem lombardischem Gotikstil gestaltet. In der Cappella Bottigella befindet sich ein Freskenzyklus des Maestro di Casei; Vittorio Sgarbi schreibt den Maestro di Casei Foppa zu.

Heiligtümer und religiöse Überlieferungen

Die Cappella di San Fortunato wurde zwischen 1768 und 1775 erbaut. Sie bewahrt die Reliquien des Schutzpatrons von Casei Gerola, San Fortunato. Bereits 1765 kamen die Reliquien aus Santa Maria in Via Lata als Geschenk des Heiligen Stuhls nach Casei.

Der Bau des neuen Heiligtums Madonna delle Grazie di Sant’Agostino wurde 1639 von Bischof Mons. Aresi genehmigt und war 1641 bereits abgeschlossen. Auf dem Hauptaltar befindet sich ein historisches Fresko der Mater Divinae Gratiae, das als wundertätig bezeichnet wird. Der aus Casei stammende Schiaffinati gab es 1612 in Auftrag. An dem Ort, an dem heute das Heiligtum steht, machten die Reliquien des heiligen Augustinus eine Nacht Station. Während religiöser Feiern erfolgt der Zugang zum Heiligtum direkt vom Kirchvorplatz aus.

Historische Spuren im Palazzotto del Carmagnola

Das Palazzotto del Carmagnola war einst Sitz des Broletto. Dort lebte Graf Francesco Bussone, unter dem Namen Il Carmagnola bekannt und Herr von Casei Gerola. Das Gebäude ergänzt die Kirchen und das Heiligtum um eine weltliche historische Spur innerhalb der Ortsgeschichte.

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