Albiolo – romanische Kunst, lombardische Feste und Natur

Albiolo zwischen Kunstgeschichte und Ortsleben

Albiolo verbindet historische Sakralarchitektur, besondere Ortsfeste und einen geschützten Naturraum. Im Ortszentrum befindet sich das Castello Odescalchi, eine Villa aus dem 17. bis 18. Jahrhundert. Das Gebäude steht in Privatbesitz und gehört damit zu den historischen Bezugspunkten, die das Ortsbild prägen.

Das Oratorio di San Martino gilt als seltenes Beispiel der kleineren romanischen Kunst. Seine Bauzeit wird auf das späte 12. bis frühe 13. Jahrhundert datiert. An den Innen- und Außenwänden weist das Oratorio Freskenzyklen aus dem 15. Jahrhundert auf.

Das Oratorio di San Martino wird derzeit als der heiligen Anna gewidmete Kirche genutzt und ist ein Marienheiligtum. Wer sich für religiöse Kunst, mittelalterliche Baugeschichte und die Weiterverwendung historischer Sakralbauten interessiert, findet in Albiolo einen entsprechend eigenständigen kulturellen Akzent.

Feste mit lombardischem Geschmack

Im Juli ist das Oratorio di San Martino besonders anlässlich des Festes Festa di Sant’Anna Ziel von Pilgerreisen. Das Fest findet zeitgleich mit einer seit rund hundert Jahren bestehenden Sagra statt. Zur Festa di Sant’Anna gehören außerdem ein großer Vergnügungspark und ein viel beachtetes Feuerwerk am Samstagabend der letzten Juliwoche.

Eine andere feste Größe im Veranstaltungskalender ist die Fiera di San Martino, eine Landwirtschafts- und Lebensmittelmesse zur Förderung der Rinderzucht. Sie findet normalerweise in der zweiten Novemberwoche statt. Zu ihr gehören Viehausstellungen sowie Ausstellungen von Maschinen und Produkten für Landwirtschaft und Viehzucht. Damit richtet sich die Messe nicht nur an Liebhaber regionaler Küche, sondern auch an Besucher, die den landwirtschaftlichen Hintergrund des Ortes kennenlernen möchten.

Auf der Fiera di San Martino werden lombardische Gerichte angeboten. Dazu kommen die traditionelle Albioloer Süßspeise „buscella“ und die eigens für die Veranstaltung kreierte, auf Fleisch basierende Süßspeise „spada di San Martino“. Gerade diese ungewöhnliche Verbindung aus Messe, regionalen Produkten und lokalen Spezialitäten gibt dem Novembertermin ein unverwechselbares kulinarisches Profil.

Feuchtgebiete und Weitblick

Albiolo gehört zum Parco Sorgenti del Torrente Lura, einem lokalen Park von übergemeindlichem Interesse. Der Park besteht aus acht Gemeinden der Provinz Como und hat den Schutz sowie die Aufwertung des Naturgebiets zum Ziel. Das Feuchtgebietssystem von Albiolo gehört zu den besonders bedeutenden Feuchtgebieten des Parco Sorgenti del Torrente Lura. Für Ihre Reiseplanung eröffnet dieser Naturbezug einen anderen Blick auf den Ort als die historischen und festlichen Themen.

Der Sentiero Granfondo dei Longobardi führt auf den Colle di San Maffeo hinauf. Dort bietet er einen Rundumblick über das Gebiet von Como und Varese sowie die Schweizer Voralpen.

Weitere Ziele für Ihre Orientierung: Caglio, Naggio, Porlezza, Cremia, Canzo, Valmorea, Sant Abbondio, Garzeno.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Como.

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