Paratico: Burgruinen, Kunst und Wege am Oglio
File:Iseo lake (Lago iseo) from Paratico lungolago (2021).jpg
Foto: Leon Snyers via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Paratico verbindet markante Bauwerke, Kunstorte und Wege in einer abwechslungsreichen Landschaft. Auf dem Hügel stehen die Ruinen des Castello Lantieri und beherrschen die umliegende Landschaft. Das Castello Lantieri wurde wahrscheinlich um 1200 auf den Ruinen eines älteren Herrenhauses errichtet, das auf das Jahr 1007 zurückgeht. Damit führt ein Rundgang durch Paratico zu Spuren, deren zeitliche Tiefe vom Mittelalter bis in die Gegenwart reicht.
Burgen, Kirche und zeitgenössische Kunst
Die Kirche San Pietro steht auf der westlichen Anhöhe von Paratico in einer ländlichen, überwiegend von Weinbergen geprägten Landschaft. Ihre Ursprünge reichen in das 15. Jahrhundert zurück; dazu gehören ein auf 1444 datiertes Fresko und weitere dem 15. Jahrhundert zugeordnete Freskofragmente. An der Kirche wird jedes Jahr am 8. Dezember das Fest „Madonna dei Pom“ beziehungsweise „Madonna dei pomi“ gefeiert.
Auch der Torre Lantieri gehört zu den prägenden historischen Bauwerken. Er wurde wahrscheinlich im 14. Jahrhundert als Erweiterung der Befestigungsanlagen von Paratico errichtet. Nach einer Ende 2009 abgeschlossenen denkmalpflegerischen Restaurierung wurde der Turm in ein Museum umgewandelt. Einen anderen Akzent setzt die Dauerausstellung „Viale dei volti“ mit Steinskulpturen, die mit der Biennale für Kunst und Kultur des Sandsteins von Paratico „Scolpire in Piazza“ verbunden sind.
Im Stadtpark beherbergt das neugotische Gebäude Oselanda Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und bietet Seeblicke.
Wasserlandschaft und Wege am Oglio
Der Parco dei Taxodi ist eine naturkundliche Oase mit erhöhten Stegen und Wasserpflanzen. Diese Wasserpflanzen bieten Vogelarten wie dem Graureiher Schutz.
Der Sentiero Verde dell’Oglio verläuft fast vollständig im Regionalpark Parco Regionale dell’Oglio Nord. Nach seinem Verlauf durch Paratico erreicht er die Seriola Fusia, einen Bewässerungskanal aus dem 14. Jahrhundert, der Wasser aus dem Oglio ableitet. Der Weg führt somit durch eine Landschaft, in der Fluss, Bewässerung und geschützte Natur eng miteinander verbunden sind.
Radfahren, Wandern und Aktivitäten am Ufer
Für Radfahrende bieten sich zwei unterschiedliche Strecken an. Der Radweg Brescia–Paratico eröffnet Ausblicke auf die Hügel der Franciacorta und den Iseosee und kann in beide Richtungen befahren werden. Der Radweg Paratico–Palazzolo sull’Oglio verläuft zwischen Paratico und Palazzolo sull’Oglio am Fluss Oglio entlang. Beide Routen setzen eigene landschaftliche Schwerpunkte.
Auch die vierte Etappe von La Via delle Sorelle führt nach Paratico: Sie verläuft von Sarnico über die Brücke nach Paratico und von dort am Fluss entlang auf dem Sentiero Verde dell’Oglio bis zur Gemeinde Capriolo. An den Uferbereichen von Paratico eignen sich Wakeboarden, Wasserskifahren und Kanufahren als weitere Aktivitäten. Für die Wahl eines Hotels oder einer anderen Unterkunft in Paratico lassen sich dadurch unterschiedliche Interessen berücksichtigen – von Baugeschichte und Kunst bis zu Radwegen, Flusslandschaft und Wassersport.
Orientierung und historische Verbindungen
Am Infopoint Paratico beim Bosco Taxodi erhalten Besucher kostenlos Karten, touristisches Informationsmaterial und persönliche Empfehlungen zur Erkundung von Paratico und des Iseosees. Für die regionale Mobilitätsgeschichte steht die Eisenbahnstrecke Paratico–Palazzolo: Sie nahm 1876 den Betrieb auf und war etwa 10 Kilometer lang. Panoramawagenfahrten auf der Sebino-Bahn verbinden Paratico-Sarnico mit Palazzolo sull’Oglio und verwenden historische Wagen mit nach außen gerichteten Sitzen.
Weitere Ziele für die Reiseplanung: Gardola, Pertica Alta, Pontevico, Adro, Manerba Del Garda, Artogne, Calvisano und Marone.
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