Stellanello: Ligurische Geschichte zwischen Olivenhainen
Stellanello liegt im oberen Merula-Becken, eingebettet in ausgedehnte Olivenhaine. Die Gemeinde ist eine typische ligurische Siedlung aus verstreuten Ortsteilen in einer grünen und ruhigen Umgebung.
Geschichte zwischen Burgmauern und Sakralbauten
Ein wichtiger historischer Bezugspunkt ist das Castello sottano. Es wurde um 1170 auf einem kleinen Hügel oberhalb des Merula-Bachs errichtet und Mitte des 14. Jahrhunderts durch eine große unterirdische Zisterne sowie eine mächtige Mauer mit Wasserauslässen erweitert. Stellanello erhielt 1303 mit dem Statutum Vallis Stellanelli eigene Statuten und größere Autonomie. Nahe dem kleinen Friedhof stehen außerdem die imposanten Mauern der alten Burg von Stellanello. Sie gehen auf eine Burg zurück, die von den Clavesana zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert errichtet wurde.
Die Pfarrkirche San Vincenzo weist barocke Formen auf und besitzt im Inneren Altäre aus polychromem Marmor. Die Kirche der Heiligen Vincenzo und Anastasio verbindet romanische und barocke Elemente und enthält Fresken sowie sakrale Kunstwerke. Die Kirche San Gregorio stammt aus dem 15. Jahrhundert und bewahrt einen wertvollen barocken Altar. Die Kirche San Gregorio Magno wurde 1929 und 1994 restauriert. Die Pfarrkirche San Lorenzo Martire geht auf das Jahr 1448 zurück, als sie unter der Leitung des Bischofs Giorgio Fiesco gegründet wurde.
Weitere eigenständige Akzente setzen das Santuario della Madonna di Loreto und das Oratorio di San Damiano. Im Santuario befindet sich eine von Garaventa im Jahr 1700 geschnitzte Holzgruppe mit Darstellungen der Madonna und der heiligen Elisabetta. Das Oratorio di San Damiano fällt durch seine achteckige Struktur auf. Hinter dem Santuario SS. Cosma e Damiano steht das Kriegerdenkmal von Stellanello. Das Patronatsfest der Heiligen Cosma und Damiano wird jedes Jahr mit Messen, Prozessionen und kulturellen Aktivitäten gefeiert.
Zur örtlichen Überlieferung gehört die Cappella della Madonna della Neve. Ihr Name ist mit einer lokalen Legende verbunden, nach der ein wundersamer sommerlicher Schneefall den Bauplatz markierte. Die Cappella di San Francesco d’Assisi im Ortsteil Rossi wurde wahrscheinlich im Mittelalter errichtet.
Wandern, Radfahren und die Geschichte von „Fischia il vento“
Die Gemeinde Stellanello verweist auf Wander- und Fahrradrouten in ihrem Gemeindegebiet. Das kommunale Routenverzeichnis umfasst die Strecke „Tra Uliveti, Frantoi, Cantine e Lavanda“ und verbindet damit Themen, die für die Landschaft und den lokalen Charakter stehen. Der Wanderweg „Fischia il vento“ kann in Stellanello begonnen und in Richtung des Ortsteils Duranti verfolgt werden. Zugleich ist Duranti mit der Entstehung des Liedes verbunden: Die ersten Strophen von „Fischia il vento“ entstanden am Passu du Beu im Ortsteil Duranti von Stellanello.
Olivenöl und ligurische Spezialitäten
Die Olivenhaine finden ihre kulinarische Entsprechung in der örtlichen Öltradition. Die Tradition des Frantoio Rossi reicht bis 1888 zurück; die Leidenschaft für Olivenöl wird dort seit fünf Generationen weitergegeben. Heute befindet sich der Betrieb in San Damiano. Das Frantoio Bestoso Domenico bietet Taggiasca-Oliven in Salzlake und entsteint in nativem Olivenöl extra, ein mit Taggiasca-Oliven und nativem Olivenöl extra hergestelltes Paté, Basilikumpesto sowie in Öl eingelegte Konserven an. Alle Spezialitäten werden im eigenen Betriebslabor eigenständig und handwerklich hergestellt.
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