Aurigo zwischen Kirchen, Türmen und alten Wegen
Unterkünfte in Aurigo
Aurigo zwischen Sakralbauten und Ortsgeschichte
Aurigo macht seine Geschichte an konkreten Orten sichtbar: Kirchen, Türme und ein historischer Palazzo stehen ebenso für den Charakter des Ortes wie die alten Wege durch Olivenhaine und Wälder.
Im Santuario di San Paolo bewahrt Aurigo ein kostbares Polyptychon von Giulio De Rossi aus dem Jahr 1569. Das Werk stellt den heiligen Paulus zwischen den Heiligen Andreas und Petrus dar. Nahe der Pfarrkirche liegt das Oratorio di San Giovanni Battista, das mit Stuckarbeiten von Gio Paolo Marvaldi aus dem späten 17. Jahrhundert ausgestattet ist. Beide Orte lenken den Blick auf die religiöse Kunst und die kunsthandwerklichen Details, die das Ortsbild ergänzen.
Auch die Pfarrkirche Natività di Maria Vergine gehört zu den prägenden Bauwerken Aurigos. Sie könnte im 14. Jahrhundert erbaut worden sein, als sich die Bevölkerung am Fuß der Burg der Ventimiglia ansiedelte. Der Palazzo De Gubernatis Ventimiglia wurde ab dem 17. Jahrhundert nahe den Ruinen der früheren Burg von Aurigo errichtet. Für seinen Bau wurden wiederverwendete Materialien der früheren Burg genutzt. Die vorsichtige Datierung der Kirche und die spätere Entstehung des Palazzo zeigen unterschiedliche Schichten der Ortsgeschichte, ohne dass sich daraus eine lückenlose Entwicklung ableiten lässt.
Türme mit wechselnden Funktionen
Der Torre di Sant’Andrea ist ein quadratischer Turm aus dem 12. Jahrhundert. In späteren Epochen wurde er zum Glockenturm der Kirche Sant’Andrea umgebaut. Zugleich gehörte der Glockenturm von Sant’Andrea zusammen mit dem Torre della Colombera zum militärischen Verteidigungssystem der Burg. Der Torre della Colombera diente als Wachturm zur Kontrolle des Valle del Maro, insbesondere zur Sichtung von Überfällen der Sarazenen vom Meer.
Der Torre della Colombera liegt wenige Kilometer von Aurigo entfernt und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Wer sich für mittelalterliche Bauformen, spätere Umnutzungen und die Verbindung von Ortsgeschichte und Landschaft interessiert, kann diese Türme als eigene Schwerpunkte in die Reiseplanung aufnehmen. Dabei bleiben die einzelnen Bauwerke in ihrer jeweiligen Lage und Funktion unterscheidbar.
Wanderwege durch Olivenhaine und Kastanienwälder
Im Gebiet von Aurigo verlaufen Wanderwege überwiegend durch terrassierte Olivenhaine und Kastanienwälder an den Hängen. Rundwege verbinden den Hauptort mit den Ortsteilen Guardiabella und Poggialto sowie mit benachbarten Gemeinden. Dafür nutzt das Wegenetz historische, noch begehbare Maultierpfade. Die Chiesa di Sant’Andrea liegt an einem Höhenweg, der sie mit San Paolo verbindet.
Eine Wanderroute von Aurigo führt über einen Maultierpfad am Santuario di San Paolo und am Santuario di Sant’Andrea vorbei. Ihr Verlauf führt durch terrassierte Olivenhaine und Flaumeichenwälder. Wenn Sie Ihre Tage nicht ausschließlich auf einzelne Sehenswürdigkeiten ausrichten möchten, können Sie so zwischen Bauwerken, Ortsteilen und bewaldeten Hängen unterschiedliche Wegabschnitte betrachten. Die Rundwege und die einzelne Route bieten dabei verschiedene Anknüpfungspunkte für eine eher kulturbezogene oder stärker landschaftliche Tagesplanung.
Fiera di San Paolo und lokale Esskultur
Die alte Fiera di San Paolo in Aurigo findet jedes Jahr am 29. und 30. Juni statt. Dieser wiederkehrende Termin ist für Sie besonders relevant, wenn Sie Ihre Reise an einem festen Ereignis im Ort ausrichten möchten.
Zur regionalen Identität gehört die für Aurigo und die Provinz Imperia typische Torta verde, auf Ligurisch „a turta de gè“. In Aurigo trug sie früher die Bezeichnung „L’Alleluja“ und durfte traditionell erst verzehrt werden, nachdem der Pfarrer sie gesegnet hatte. Außerdem gibt es in Aurigo eine Brottradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Historisch waren getrocknete Feigen eine wichtige wirtschaftliche Ressource des Ortes; deshalb bezeichneten die Bewohner benachbarter Orte die Einwohner Aurigos als „figalei“.
Weitere Orte zur Erkundung: Borgo Sant'agata, Colle San Bartolomeo, Termini, Apricale, Badalucco, Terzorio, Torrazza, Costa Carnara
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Imperia.