Roccantica: Wege, Kirchen und Feste in der Sabina

File:Torre Roccantica.jpg File:Torre Roccantica.jpg Foto: Pinocchio1965 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Roccantica zwischen Landschaft und Geschichte

Wenn Sie Roccantica für eine individuelle Italienreise einordnen möchten, lohnt ein Blick auf die Verbindung von Naturerlebnis, mittelalterlicher Prägung und regionaler Festkultur. Der Ort bietet unterschiedliche Anknüpfungspunkte: Wege führen zu markanten Landschaftsformen, während Kirchen, Wehrarchitektur, historische Dokumente und handwerklich geprägte Kultur die Geschichte konkret fassbar machen. Auch kulinarische Traditionen gehören zum Charakter von Roccantica. Bei der Wahl einer Unterkunft können Sie diese Schwerpunkte mit Ihrem eigenen Reiserhythmus abgleichen: Naturwege, Ortsgeschichte, Feste und regionale Küche setzen unterschiedliche Akzente.

Revotano, Macchia und Bergblicke

Der Revotano ist eine Karstdoline in der Nähe des historischen Zentrums von Roccantica und über einen Fußweg durch mediterrane Macchia erreichbar. Es handelt sich um eine Einsturzdoline, die entstand, als ein durch unterirdische Wassererosion gebildeter Hohlraum unter seinem eigenen Gewicht kollabierte. Die Doline hat einen Durchmesser von etwa 250 Metern und ist 130 Meter tief. Damit wird an diesem Landschaftspunkt sowohl die geologische Entstehung als auch die besondere Form des Geländes sichtbar.

Im Gemeindegebiet von Roccantica liegt der Monte Pizzuto. Von Fonte Regna führt ein Weg weiter zu Aussichtspunkten über das Sabina-Tal. Für Wanderinteressen steht außerdem der Cammino del Capraro: Der alte Rundweg führt von Roccantica zur Schutzhütte Rifugio Cognolo und ist mit den Wegen transhumierender Hirten verbunden.

Kirchen und historische Spuren

Die Einsiedelei San Leonardo stammt aus dem 8. oder 9. Jahrhundert und besteht aus zwei in den Fels gehauenen Räumen. Unterhalb der Einsiedelei, auf dem Weg zum Revotano, steht eine alte Wassermühle, von der nur noch die äußere Struktur erhalten ist. Im historischen Zentrum von Roccantica erhebt sich ein quadratischer Wehrturm, der von drei Mauerringen umgeben ist.

Die Kirche Santa Maria Assunta befindet sich im Herzen des historischen Zentrums. Sie besitzt ein einschiffiges Langhaus und eine Apsis mit halbkreisförmigem Abschluss. Die Kirche Santa Maria Assunta in Cielo wurde 1740 über einer früheren Kirche errichtet. San Valentino wird bereits in einem Dokument aus dem Jahr 792 erwähnt; die gotische Kirche besitzt fünf Kapellen.

Der restaurierte Freskenzyklus der Kirche Santa Caterina zählt zu den kulturellen Besonderheiten der Sabina Tiberina. Die Fresken stellen das Leben der heiligen Katharina von Alexandrien dar und wurden 1430 von Pietro Coleberti geschaffen. Das Archivio Storico di Roccantica bewahrt zahlreiche Dokumente aus dem Mittelalter auf. Der Komplex Castle–Monastery of the Poor Clares wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts über den antiken Ruinen der Burg Ursino errichtet.

Feste, Kostüme und regionale Küche

Auch die Veranstaltungen geben Roccantica ein unverwechselbares kulturelles Profil. Das historische Reenactment Medioevo in Festa gilt als eine jährlich Mitte August stattfindende Veranstaltung. Dazu gehört eine Parade mit mehr als 500 Personen in historischen Kostümen. Die Sartoria Medievale zeigt einige der mehr als 1.000 Kostüme der örtlichen mittelalterlichen Schneiderei, die auf Grundlage sorgfältiger historischer Forschungen angefertigt wurden.

Eine eigene kulinarische Tradition steht beim Frittello Festival im Mittelpunkt. Gefeiert wird Blumenkohl, der in Sabina-DOP-Olivenöl extra vergine frittiert wird. Die Tradition besteht seit über 50 Jahren und findet am Josefstag statt. Ergänzend dazu bietet der Garten Vacunae Rosae einen landschaftlichen Akzent: Der zwei Hektar große Themengarten umfasst mehr als 5.500 verschiedene Rosen.

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