Terracina zwischen Antike, Karstlandschaft und Wein
Terracina verbindet einen historischen Stadtkern mit archäologischen Orten und einer markanten Karstlandschaft. Für Ihre Reiseplanung entsteht daraus ein Ziel, an dem sich Kultur und Natur anhand konkreter Orte erschließen lassen. Das Heiligtum auf dem Monte Sant’Angelo, Campo Soriano und die Zeugnisse des antiken Stadtzentrums setzen dabei unterschiedliche Akzente.
Antike Orte und historisches Zentrum
Auf dem Monte Sant’Angelo wurde das Heiligtum Tempio di Giove Anxur in der republikanischen Zeit zwischen der Mitte des 2. und der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. errichtet. Auf der unteren Terrasse befindet sich ein an drei Seiten verlaufender, gut erhaltener Kryptoportikus mit Tonnengewölbe und opus incertum. Die wechselnden Bögen vermitteln den Eindruck eines langen Korridors mit Blick auf das Meer.
Im oberen historischen Zentrum von Terracina nimmt das Museo civico „Pio Capponi“ die erste Ebene der Torre Frumentaria ein. Das Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert und liegt gegenüber dem monumentalen Bereich des Foro Emiliano. Das Museum wurde 1894 gegründet, um Funde aus dem Gebiet von Terracina sowie die Materialien zu ordnen, die die damalige Grabung am Heiligtum von Monte Sant’Angelo zutage förderte. Zum antiken Stadtbild gehören außerdem das Teatro Romano, das als Theater gilt, das mit dem gegenüberliegenden antiken Forum verbunden ist, und die Konkathedrale von Terracina. Sie wurde zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert unter Verwendung der Überreste eines fünfschiffigen römischen Tempels des Stadtforums errichtet.
Campo Soriano und die Formen des Karsts
Campo Soriano ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Das Gebiet liegt in den Gemeinden Terracina und Sonnino in der Provinz Latina und gehört heute zum Regionalen Naturpark Monti Ausoni e Lago di Fondi. Seine Landschaft wird von einer Karsthochebene mit kalkhaltigen Monolithen und hohen Felsspitzen geprägt. Hinzu kommen typische Karstformen wie Dolinen, Karrenfelder und Schlucklöcher. Wer auf einer Italienreise neben historischen Bauwerken auch geologische Landschaften einordnen möchte, findet hier einen deutlich anderen Schwerpunkt als im Stadtzentrum.
Wein aus dem Gebiet von Terracina
Auch der Weinbau gehört zum regionalen Charakter. Die kontrollierte Ursprungsbezeichnung (DOC) „Terracina“ oder „Moscato di Terracina“ umfasst trockene, amabile, passito und schäumende Weine. Das Anbaugebiet der Trauben für diese DOC umfasst das gesamte Verwaltungsgebiet der Gemeinden Monte San Biagio, Terracina und Sonnino in der Provinz Latina. Die Bezeichnung verbindet Terracina damit mit einem klar umrissenen landwirtschaftlichen Raum, der über die Stadtgrenzen hinausreicht.
Wege und ein wiederkehrendes Fest
Ein vorgeschlagener Weg vom historischen Zentrum von Terracina erreicht das archäologische Gelände des Tempio di Giove Anxur in etwa eineinhalb Stunden. Zusätzlich gibt es in Terracina zahlreiche vom Club Alpino Italiano (CAI) markierte Wege im Terracina betreffenden Gebiet des Regionalen Naturparks Monti Ausoni e Lago di Fondi; zu den Wegen stehen herunterladbare KML-Karten zur Verfügung. Für Ihre Planung lassen sich damit historische Besichtigungen und Landschaftsräume als unterschiedliche Tagesinteressen betrachten, ohne sie zu einem einzigen Erlebnis zusammenzufassen. Als wiederkehrender Termin findet die Festa della Madonna del Carmine, auch Festa del Mare, am Sonntag nach dem 16. Juli statt.
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