Torre Santa Susanna zwischen Kirchen, Fresken und Olivenöl
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Foto: Deblu68 via Wikimedia Commons, CC BY 3.0
Torre Santa Susanna verbindet sakrale Baukunst, ungewöhnlich vielschichtige Geschichte und eine ausgeprägte Oliven- und Küchenkultur. Wer den Ort mit Ruhe erkundet, begegnet Kirchen aus unterschiedlichen Epochen, regionalen Festen, traditionellen Gerichten und Einblicken in die Herstellung von Olivenöl.
Kirchen und Baugeschichte
Ein markanter Bezugspunkt ist die Colonna di Santa Susanna. Sie wurde 1837 an der Stelle errichtet, an der im Mittelalter der alte angivinische Turm stand.
Die Chiesa Matrice besitzt eine Fassade im romanischen Stil mit einer skulptierten Lünette. Dargestellt sind Madonna mit Kind, San Nicola und Santa Susanna. Außerdem verfügt die Kirche über drei Schiffe, eine massive Kolonnade und Rundbögen. Das Santuario di Santa Maria di Galaso ist auf zwei Ebenen angelegt: Vom Straßenniveau führt eine Treppe mit 13 Stufen zum tiefer gelegenen Heiligtum.
Der Palazzo Baronale, wegen seiner Zinnen allgemein als Castello bezeichnet, wurde im 16. Jahrhundert errichtet und umfasst die Cappella della Madonna della Saletta. Zusammen mit den Kirchen entsteht ein Rundgang durch unterschiedliche Formen sakraler und historischer Architektur, ohne dass die einzelnen Bauwerke auf eine einzige Epoche festgelegt werden müssen.
Fresken, Krypten und Kultur
Besonders weit zurück reicht die Geschichte der Chiesa di San Pietro o di Santa Maria di Crepacore. Sie wurde zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert auf den Ruinen einer römischen Villa aus der Zeit des Augustus errichtet. In der Kirche sind Fragmente von Fresken erhalten; die ältesten werden an der Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert datiert. Die basilianische Krypta der Chiesa di San Giovanni Battista bewahrt zwei große Fresken von San Giovanni Battista und San Leonardo sowie eine Ikone des segnenden Christus.
Die Chiesa di San Pietro o di Santa Maria di Crepacore dient als Kulturstätte für Ausstellungen, Tagungen und Konzerte. Auch das Teatro Comunale veranstaltet Theateraufführungen in Zusammenarbeit mit dem Teatro Pubblico Pugliese.
Olivenöl, Wein und traditionelle Küche
Der Anbau von Oliven und Wein nimmt mehr als zwei Drittel der bewirtschafteten Fläche von Torre Santa Susanna ein, wobei der Olivenanbau überwiegt. Dieses landwirtschaftliche Profil prägt auch die kulinarischen Themen des Ortes. Das Museo Molo ist ein über mehrere Orte verteiltes, interaktives Museum über Olivenöl und Oliven, das 2019 eröffnet wurde.
Bei der Masseria Arciprete können Besucher die Olivenernte beobachten, den Herstellungsprozess im betriebseigenen Frantoio kennenlernen, die historische Masseria besichtigen und frisch erzeugte Öle verkosten. Damit lässt sich die Bedeutung des Olivenanbaus nicht nur über Bauwerke und Ausstellungen, sondern auch über konkrete Verarbeitungsschritte und Produkte erschließen.
Zur traditionellen Küche von Torre Santa Susanna gehören hausgemachte Orecchiette, Tria, Pizzarieddi und Laiana sowie Fleischgerichte wie Brascioli, Fegatini, Marretti und Polpette. Die regionalen Namen stehen dabei für eine Küche, in der hausgemachte Teigwaren und herzhafte Fleischgerichte gleichermassen ihren Platz haben.
Feste mit regionalem Charakter
Mit Torre Santa Susanna ist eine jedes Jahr während der Karwoche aufgeführte Darstellung der Passion und des Todes Jesu Christi verbunden, an der sich die örtliche Bevölkerung breit beteiligt. Die Festa di San Giuseppe im März umfasst eine öffentliche Präsentation typischer Gerichte auf langen Tischen, den sogenannten Mattre.
Am 1. Mai umfasst die Fiera di Santa Susanna traditionelles und künstlerisches Handwerk sowie lokale Agrar- und Lebensmittelprodukte. Für Ihre Reiseplanung ergeben sich dadurch mehrere erkennbare Schwerpunkte: Kirchen und Fresken für kulturgeschichtliches Interesse, Olivenöl und regionale Küche für kulinarische Entdeckungen sowie Feste und Aufführungen für den gemeinschaftlichen Charakter des Ortes.
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