Cisternino: Mittelalterliches Stadtgefüge und Valle d'Itria

Historisches Cisternino zwischen Gassen und Baugeschichte

Das Centro Storico von Cisternino bewahrt ein nahezu intaktes mittelalterliches Stadtgefüge. Die Porta Grande ist der wichtigste Zugang zum historischen Kern. Die Torre Grande ist ein normannisch-staufischer Turm und war der alte Zugang zu Cisternino. Wer sich für historische Ortsbilder interessiert, begegnet hier daher nicht nur einzelnen Bauwerken, sondern auch der gewachsenen Struktur eines mittelalterlichen Zentrums.

Auch die Chiesa Madre di San Nicola führt in eine ältere religiöse Schicht des Ortes. Sie wurde an der Stelle eines von basilianischen Mönchen genutzten Gotteshauses errichtet. In der Kirche befindet sich die Skulptur Madonna con Bambino e Offerenti, die auch den Namen Madonna del Cardellino trägt und aus dem Jahr 1517 stammt. Die Jahreszahl setzt innerhalb der langen Ortsgeschichte einen klaren kunsthistorischen Bezug.

Madonna d'Ibernia und archäologisches Erbe

Außerhalb des bebauten Ortsbereichs liegt in der Contrada Lamacesare das Santuario della Madonna d'Ibernia, das auch den Namen Madonna de Bernis trägt. Die Verehrung im Santuario steht mit Fruchtbarkeit und Überfluss in Verbindung und geht auf den Kult der Göttin Cibele zurück.

Beim Santuario befindet sich ein archäologischer Bereich. Dort wurde im 12. Jahrhundert ein Kultgebäude im romanischen Stil errichtet. Außerdem befinden sich dort römische und mittelalterliche Funde, ein byzantinisches Kapitell, Bestattungen sowie Überreste eines der Cibele gewidmeten basilianischen Konobiums. Die Kombination aus Bauwerk, Fundstücken und Bestattungen macht den Bereich für kulturhistorisch interessierte Besucher vielschichtig.

Eine lokale Tradition verbindet den Ort zudem mit einer Speise: Am Ostermontag bringen die Einheimischen dem Santuario della Madonna d'Ibernia traditionell die Süßspeise „u chrruchl“ als Wunsch nach Fruchtbarkeit und Überfluss. Der festgelegte Feiertag und der besondere Name geben diesem Brauch einen konkreten Platz im Jahreslauf der Tradition.

Valle d'Itria, Frühgeschichte und aktive Reisepläne

Vom Belvedere von Cisternino eröffnet sich ein Panorama auf das Valle d'Itria, das reich an Oliven- und Mandelbäumen ist und auch Valle dei Trulli heißt.

Die Vergangenheit des Gebiets reicht noch weiter zurück: Das Gebiet von Cisternino war vom Paläolithikum bis zum Neolithikum besiedelt; Funde aus der von Jagd und Sammeln geprägten Lebensweise werden im Museo Civico aufbewahrt. Wer die Ortsgeschichte nicht nur über Bauwerke, sondern auch über frühe menschliche Lebensweisen erschließen möchte, findet darin einen eigenen zeitlichen Zugang.

Für Rad- und Wanderinteressen steht die Ciclovia dell’Acquedotto Pugliese. Der 500 km lange Rad- und Wanderweg folgt dem Verlauf zweier historischer Leitungen des Aquädukts. Das macht ihn zu einem eigenständigen Thema für Reisende, die Bewegung und Kulturgeschichte miteinander verbinden möchten.

Wenn Sie ein Hotel in Cisternino auswählen, können Sie den Schwerpunkt Ihrer Reise an diesen Themen ausrichten: am mittelalterlichen Centro Storico, an den sakralen und archäologischen Bezügen rund um Madonna d'Ibernia, am Panorama des Valle d'Itria oder an einer Reiseplanung mit Rad- und Wanderinteressen. So bleibt Cisternino als Reiseziel für unterschiedliche kulturelle und landschaftliche Interessen offen.

Für Ihre weitere regionale Orientierung können Sie auch Carovigno, Cellino San Marco, San Vito Dei Normanni, Oria, Villa Castelli, Caranna, San Pancrazio Salentino und Lido Specchiolla ansehen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Brindisi.

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